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16.10.2009
Berlin – Das im Krieg stark zerstörte Neue Museum in Berlin ist 70 Jahre nach seiner Schließung am Freitag von Bundeskanzlerin Angela Merkel wiedereröffnet worden. „Was rausgekommen ist, ist beeindruckend, ist herausragend, wird unsere Zeit prägen“, sagte Merkel auf einem Festakt vor rund 600 geladenen Gästen. „Seine Wiedereröffnung markiert einen großen Tag für die Kultur.“ Für die Öffentlichkeit ist das Museum mit der weltberühmten Nofretete-Büste ab dem morgigen Samstag zugänglich.
Am Eröffnungswochenende ist der Eintritt frei. Erwartet werden Tausende Besucher und lange Schlangen. Zeitgleich dürfen nur 1.200 Menschen im Haus sein. In dem vom Architekten David Chipperfield seit 2003 sanierten Neuen Museum sind jetzt das Ägyptische Museum, das Museum für Vor- und Frühgeschichte und Teile der Antikensammlung untergebracht.
Der Festakt wurde wegen Platzproblemen nicht im 1843 bis 1855 von Friedrich August Stüler errichteten Neuen Museum, sondern im benachbarten Pergamonmuseum abgehalten. Merkel, die direkt gegenüber dem Pergamonmuseum wohnt, bezeichnete die zwischen zwei Spree-Armen gelegene Museumsinsel als einen der schönsten und ruhigsten Orte der Stadt. Die CDU-Chefin betonte, der Bund stehe weiter zu seiner Verantwortung zur Sanierung der Museumsinsel, die bis 2028 dauern soll. Insgesamt will der Bund 1,3 Milliarden Euro dafür zur Verfügung stellen.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte, mit dem Neuen Museum gewinne die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein historisch einzigartiges Gebäude mit modernstem technischen Standard für ihre Ausstellungstätigkeit zurück. „Das Neue Museum ist ein einzigartiger Kulturort mit Weltrang, ein Museum für Berlin, Deutschland und die Welt.“
Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wertete die Wiedereröffnung als Signal, dass es sich lohne, sich für „ein geschundenes Bauwerk“ einzusetzen. Er zog Parallelen zum Wiederaufbau des Stadtschlosses, der von Kritikern nach Pannen beim Vergabeverfahren in Zweifel gezogen werde. Er appellierte an Merkel und die Politik, an den Plänen festzuhalten.
Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sagte: „Für die Museumsinsel geht heute die Nachkriegszeit zu Ende.“ Chipperfield und sein Team hätten ein Meisterwerk geschaffen.
Der Umbau der Kriegsruine in ein Schmuckkästchen und die Einrichtung kosteten 212 Millionen Euro. Chipperfield ging es darum, auch Zerstörungen wie Einschusslöcher oder die durch Wind und Wetter entstandene Schäden sichtbar zu lassen. Mit der Wiedereröffnung werden erstmals seit 1939 wieder alle fünf Ausstellungshäuser auf der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Museumsinsel zugänglich sein.
Absolutes Schmuckstück der Ausstellungen ist die rund 3.300 Jahre alte Büste der Nofretete, die bereits von 1913 bis zum Zweiten Weltkrieg im Neuen Museum ausgestellt war. Insgesamt werden auf 8.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche fast 9.000 Objekte gezeigt.
Im kommenden Jahr soll der Bau des zentralen Eingangsgebäudes der Museumsinsel starten. Danach stehen die Sanierungen des Pergamonmuseums und des Alten Museums an. Bereits restauriert sind die Alte Nationalgalerie und das Bode-Museum. (AP)
http://www.museumsinsel-berlin.de/ http://www.smb.museum/neuesmuseumNeues Museum in Berlin vor Wiedereröffnung
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