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Transplantationsgesetz Neuregelung der Organspende tritt in Kraft

DAPD

25.05.2012

Bundesbürger ab 16 Jahren sollen zukünftig über ihre Organspende-Bereitschaft befragt werden.  Foto: AP Photo/Al Hartmann
Bundesbürger ab 16 Jahren sollen zukünftig über ihre Organspende-Bereitschaft befragt werden.

Foto: AP Photo/Al Hartmann

Berlin – Alle Bürger über 16 Jahren sollen künftig regelmäßig zu ihrer Organspende-Bereitschaft befragt werden. Der Bundestag verabschiedete am Freitag mit der Zustimmung aller Fraktionen eine entsprechende Gesetzesänderung. Bislang müssen die Deutschen selbst aktiv werden, um sich einen Organspendeausweis zu besorgen. Eine Pflicht zur Teilnahme an der Befragung sieht das Gesetz allerdings nicht vor.

Zudem beschloss das Plenum eine von der Regierung eingebrachte Gesetzesänderung zu Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei Transplantationen. Knapp 12.000 Menschen in Deutschland warten derzeit auf ein Spenderorgan. Pro Tag sterben nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei Menschen, weil sich kein Spender findet.

Kritik an der Reform kam erneut von Grünen  und Linken. Sie forderten Änderungen beim Umgang mit der Deutschen  Stiftung Organtransplantation (DSO), die die Organspenden in  Deutschland koordiniert, so die Morgenpost.  Die gesundheitspolitische Sprecherin der  Linksfraktion, Martina Bunge, sagte, die Reform des  Transplantationsgesetz schaffe keine Verbesserungen bei der Transparenz und Kontrolle von Organspenden.

Die Stiftung berichtete im Vorfeld ebenfalls, dass die meisten Menschen in Deutschland Umfragen zufolge einer Organspende positiv gegenüber stehen, aber nur jeder Vierte hat einen Spenderausweis. "Aus der Unsicherheit heraus, man könne die falsche Entscheidung treffen, kommt es in vier von zehn Fällen zu einer Ablehnung einer Organspende."

In den vergangenen Jahren haben zunehmend schreckliche Nachrichten über den Schwarzmarkt von illegal entnommenen Organen weltweit für Aufsehen gesorgt. Illegale Organentnahmen und der Handel mit diesen geraubten Organen wurden ein immer größerer und lukrativer Wirtschaftszweig für kriminelle und korrupte Regierungen mancher Länder und deren Staatsorgane.

David Kilgour, Jurist und ehemaliger kanadischer Staatssekretär, ist Mitautor von "Blutige Ernte", einem Bericht, der am 6. Juli 2006 in Ottawa veröffentlicht wurde und mit detaillierten Aussagen den groß angelegten, staatlich betriebenen Mord an Falun Gong-Praktizierenden in China belegt. Diese lediglich aufgrund ihres Glaubens inhaftierten chinesischen Bürger mit häufig sehr guter Gesundheit, sterben im Verlauf der Organentnahme. Ihre Organe werden mit großem Gewinn verkauft. Alles geschieht absolut geheim. Auf der Grundlage offizieller Datenangaben kommen David Kilgour und der kanadische Menschenrechtsanwalt David Matas in ihrem Bericht "Blutige Ernte" zu dem Schluss, dass die Herkunft der Organe von über 41.000 Organtransplantationen, die in China seit 2001 stattgefunden haben, nicht nachvollziehbar ist und nicht, wie von staatlichen Stellen behauptet, von Exekutierten stammen können.

Kilgour ist entsprechend seinen Recherchen zu der Überzeugung gekommen, dass in China neben zum Tode verurteilten Strafgefangenen ausschließlich Falun Gong-Praktizierende als lebende Organspender benutzt werden. (mcd/dapd)

 

Weitere Informationen: Blutige Ernte, Bericht von David Kilgour und David Matas mit Beweisen zum Organraub in China

 

 

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