Aktuelle Nachrichten – Kultur
18.06.2012
Foto: Christine Cornege/AP Photo
Frankfurt/Main – Legolas, Gimli und ein Hobbit stehen als Empfangskomitee im Haus des Buches in Frankfurt am Main, das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2012 Neuseeland hat eingeladen: Neuseeland präsentiert sein kulturelles Rahmenprogramm. Die Figuren aus der Buch- und Filmtrilogie "Herr der Ringe" veranschaulichen, dass es bei der größten Büchermesse der Welt längst nicht mehr ausschließlich um Bücher geht. Das gilt nicht nur, aber wohl besonders für den diesjährigen Ehrengast.
In Neuseeland, betont Buchmesse-Direktor Juergen Boos, habe "die Verschriftlichung der Sprache, die für uns so wichtig ist", erst vor wenigen Jahrzehnten stattgefunden. In der Vergangenheit hätten die Maori Geschichten mit Tattoos, Schnitzereien oder Tanz und Gesang erzählt. Heute würden die Erzählungen auch in Büchern, Filmen und Apps wiedergegeben. "Wir werden ein transmediales Gesamtkunstwerk erleben", kündigte Boos an. Neuseeland werde seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des transmedialen Storytelling präsentieren.
Der Präsident des neuseeländischen Verlegerverbands PANZ, Kevin Chapman, verbindet mit der Buchmesse unter anderem die Erwartung, die Bekanntheit neuseeländischer Autoren zu steigern. Einige Werke würden teilweise zum ersten Mal in deutscher Sprache erscheinen. Bisher seien 76 Übersetzungen gefördert worden. "Das ist eine Rekordzahl, wenn man bedenkt, dass bisher pro Jahr durchschnittlich die Rechte von zehn neuseeländischen Titeln nach Deutschland verkauft wurden", sagt Chapman.
Die Schriftstellerin Paula Morris spricht von einer Gelegenheit, in Deutschland gehört zu werden. Für Schriftsteller aus ihrem Land sei es oft schwierig, international wahrgenommen und verlegt zu werden. Mehr als 60 neuseeländische Autoren und 100 Künstler kommen zur Buchmesse nach Deutschland. Sie werden während und bereits vor der weltgrößten Bücherschau im Oktober bundesweit bei Lesungen und Performances "ein Gefühl dafür vermitteln, was unser Land und unsere Kultur ausmacht", sagt Tanea Heke, Projektleiterin für das Kunst- und Kulturprogramm des Ehrengastes.
So findet den Angaben zufolge etwa in Berlin, München, Köln, Stuttgart und Frankfurt das New Zealand Film Festival statt. Und auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin im September gebe es eine "Long Night of Maori Stories", die von acht neuseeländischen Autoren bestritten werde. In Frankfurt beteiligen sich zudem zahlreiche Kulturinstitutionen am Rahmenprogramm, die Ausstellungen sowie Musik- und Tanz-Performances zeigen.
Ein Wiedersehen mit dem "Herrn der Ringe" gibt es dann während der Buchmesse selbst, die vom 10. bis 14. Oktober stattfindet: Am Messe-Samstag steht ein Hobbit-"Cosplay" (traditioneller Manga-Kostümwettbewerb) auf dem Programm.
(dapd)
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