Foto: dapd/Thomas Wieck
Saarbrücken – Das Kuratorium der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz hat neue Strukturen für die Fertigstellung des Museumsneubaus "Vierter Pavillon" beschlossen. So soll es künftig eine Planung aus einer Hand statt der bisherigen Verteilung der Aufgaben auf verschiedene Architektur- und Planungssteuerungsbüros geben, sagte Kulturminister und Stiftungskurator Ulrich Commercon (SPD) am Montag nach einer Kuratoriumssitzung in Saarbrücken.
Der Neubau war aufgrund einer Verdreifachung der ursprünglich angenommenen Kosten auf zuletzt geschätzte rund 30 Millionen Euro in die Schlagzeilen geraten. Seit Fertigstellung des Rohbaus ruhen die Arbeiten.
Künftiger Bauherr wird nach dem Kuratoriumsbeschluss die Landesentwicklungsgesellschaft LEG Service GmbH, die den Rohbau erwerben und das Projekt fertig stellen soll. Die Höhe des Kaufpreises soll noch durch ein Gutachten ermittelt werden. Die Stiftung soll die Kosten in Form von Mietzahlungen zurückerstatten und anschließend den "Vierten Pavillon" wieder selbst übernehmen.
Die neue zentrale Bauplanung soll europaweit ausgeschrieben werden. Ebenso hat das Kuratorium beschlossen, die komplette Planung für die Haustechnik neu zu vergeben. Aufgrund des zu erwartenden Auftragsvolumens muss auch dies europaweit ausgeschrieben werden. Die bisherigen technischen Planungen seien einem Prüfbericht zufolge "lückenhaft und widersprüchlich" gewesen und von einer "überdimensionierten Besucherzahl" ausgegangen, unterstrich der Minister.
Angaben über die endgültigen Kosten und einen Fertigstellungstermin wollte Commercon nicht machen. Dazu müssten erst die Ergebnisse der Ausschreibungen abgewartet werden. Gründlichkeit gehe vor Schnelligkeit. "Hoppla hopp haben wir in diesem Projekt genug gehabt", unterstrich Commercon.
Mit der Kostenexplosion, die der Landesrechnungshof aufgedeckt hatte, hat sich bereits in der vergangenen Legislaturperiode ein Untersuchungsausschuss im Landtag befasst. Im Mittelpunkt standen die jeweils verantwortlichen CDU-Kulturminister: Jürgen Schreier (bis 2007), die heutige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (2007 - 2009) sowie Karl Rauber (2009 - 2011). Da der Ausschuss aufgrund der vorgezogenen Neuwahl im März dieses Jahres nicht mehr alle Zeugen hören und somit keinen Abschlussbericht erstellen konnte, wurde er zu Beginn dieser Legislaturperiode erneut eingesetzt.
dapd
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