Aktuelle Nachrichten – International
01.01.2012
Abuja – Nach der Anschlagsserie in Nigeria hat Präsident Goodluck Jonathan den Ausnahmezustand über Teile des Landes verhängt. Außerdem wurden die internationalen Grenzen in der Nähe der betroffenen Regionen geschlossen. Zu den Anschlägen an Weihnachten mit mindestens 42 Toten hatte sich die radikalislamische Sekte Boko Haram bekannt.
"Was als sektiererische Krise in den nordöstlichen Teilen des Landes begann, hat sich allmählich in terroristische Aktivitäten in verschiedenen Teilen des Landes gewandelt", sagte Jonathan am Samstag in einer landesweit im Fernsehen übertragenen Ansprache. Im Kampf gegen die Sekte ordnete er auch den Aufbau einer gesonderten Anti-Terror-Einheit an. "Der Terrorismus ist ein Krieg gegen uns alle", betonte der Präsident. "Ich rufe alle Nigerianer auf, Hand in Hand mit der Regierung zu arbeiten, diese Terroristen zu bekämpfen."
Der Ausnahmezustand erweitert die Befugnisse der Sicherheitskräfte für Festnahmen und Durchsuchungen. Er gilt für Teile der Staaten Yobe, Plateau und Niger, die alle Ziele der Anschläge an Weihnachten waren. Angegriffen wurde dabei neben Kirchen auch ein Büro der Geheimpolizei. Darüber hinaus wurde der Ausnahmezustand auch für Teile von Borno verhängt, einer Hochburg der Boko Haram.
Bei Zusammenstößen zwischen ethnischen Gruppen kamen im Südosten von Nigeria mehr als 40 Menschen ums Leben. Vertreter zweier rivalisierender Volksgruppen seien am Samstag im Staat Ebonyi aneinandergeraten, teilte Polizeisprecher John Elu mit. Zwar seien Truppen stationiert worden, die Lage sei aber noch immer angespannt. Der Konflikt hat keine direkten Verbindungen zu dem islamistischen Aufstand im Land.
(dapd)
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