Unternehmen – Nokia-Chef und Landesregierung wollen Arbeitsteam einsetzen – DAPD
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Nokia-Chef und Landesregierung wollen Arbeitsteam einsetzen

DAPD

28.01.2008

Düsseldorf/Bochum – Die Zukunft der Bochumer Nokia-Mitarbeiter bleibt weiterhin unklar: Die Unternehmensleitung des Handy-Herstellers und die nordrhein-westfälische Landesregierung verabredeten am Montag zunächst die Einsetzung eines Arbeitsteams. Dieses solle „innovative Lösungen für die Zukunft des Nokia-Standortes Bochum“ suchen, berichtete die Landesregierung als Ergebnis eines Gespräches zwischen Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo und der Düsseldorfer Wirtschaftsministerin Christa Thoben.

Nokia-Sprecherin Arja Suominen sagte auf AP-Anfrage, das Gespräch sei konstruktiv verlaufen. Es werde sicher weitere Gespräche geben. Auch die Landesregierung erklärte, dem wichtigen Treffen von Land, Bund und Nokia-Unternehmensleitung müssten weitere Gespräche folgen. Bundes- und Landesregierung drängten darauf, dass die Unternehmensleitung kurzfristig in ausführliche Gespräche mit dem Betriebsrat eintrete und sich bereit zeige, auch dessen Vorstellungen für den Standort zu erörtern. Bundes- und Landesregierung wollen die Suche nach einer positiven Lösung für Unternehmen und Mitarbeiter weiter konstruktiv begleiten.

Die Bochumer Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach sagte am Montag dem Sender N24, es sei weiter das erste Ziel, den Standort zu erhalten: „So ist es auch mit Rüttgers und Thoben abgesprochen: Wenn da Gespräche geführt werden, dass das Ziel ist, den Standort zu erhalten.“ Man habe seit vier Jahren kostensparende Maßnahmen mitgemacht und mit dem Arbeitgeber an Konzepten gearbeitet, fügte Achenbach hinzu: „Schlicht und einfach möchten wir die Möglichkeit haben, diese Konzepte vorzutragen.“ Dann solle sich Nokia damit beschäftigen, „und ich glaube, dann finden wir auch noch unseren Platz bei Nokia“.

Enttäuscht äußerte sich Achenbach darüber, dass offenbar kein Besuch Kallasvuos im Bochumer Werk geplant sei. Ein solcher Besuch gehöre sich ihrer Meinung nach. Die Menschen, denen man kündige, hätten auch Gesichter: „Und deswegen finde ich es gemein und feige.“

Am Abend wird SPD-Chef Kurt Beck beim Unterbezirksparteitag der Sozialdemokraten in Bochum erwartet, dessen zentrales Thema die geplante Schließung des Nokia-Werkes ist.

Am Wochenende hatte das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium bestätigt, dass das finnische Unternehmen in den Jahren 2002 bis 2005 offenbar rund 200 bis 400 Dauerarbeitsplätze zu wenig bereitgestellt habe. Damit hätte Nokia gegen Subventionsauflagen verstoßen. Möglicherweise drohen dem Konzern daher jetzt Millionenrückzahlungen. Die Fördermittel von 58 Millionen Euro waren Neuser zufolge an die Schaffung von 2.860 Dauerarbeitsplätzen gebunden. Die rechtlichen Konsequenzen der zu geringen Arbeitsplatzzahlen im Bochumer Nokia-Werk würden derzeit geprüft. Endgültige Zahlen sollen im Laufe der Woche vorliegen. (AP)

 

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