London – Das Risiko, an einer Herzerkrankung oder einem Schlaganfall zu sterben, variiert innerhalb Europas beträchtlich. Die Bewohner Nordosteuropas sind bis zu 14 Mal stärker gefährdet als die Menschen im Südwesten des Kontinents. In Deutschland hängt das Risiko stark von der jeweiligen Region ab.
Die Forscher der Berliner Charite werteten in der Studie die europäischen Todesfälle aus, die durch koronare Herzerkrankungen und Schlaganfälle verursacht werden. Bei beiden Erkrankungen nimmt die Gefährdung tendenziell von Nordosten nach Südwesten hin ab, wie die Forscher im „European Heart Journal“ berichten. So ist etwa das Risiko, an einer koronaren Herzerkrankung zu sterben, im Vergleich zu Frankreich in Lettland um das Siebenfache, in Estland sogar um das Zehnfache erhöht. Die günstigsten Werte haben neben Frankreich Italien, Portugal und Spanien.
Die Wahrscheinlichkeit, einem Schlaganfall zu erliegen, ist in Estland im Vergleich zur Schweiz für Frauen um das Zwölffache, für Männer um mehr als das 14-fache erhöht. Am wenigsten gefährdet sind die Bewohner der Schweiz, Frankreichs, Spaniens und Norwegens. Den Grund für die riesigen Unterschiede sehen die Forscher in der unterschiedlichen Verbreitung verschiedener Risikofaktoren. Dazu zählen etwa geringes Einkommen, Bluthochdruck, Diabetes, Stressbelastung, Depression, Bewegungsmangel, Rauchen, ungünstige Ernährung sowie eine schlechte medizinische Versorgung.
In Deutschland beobachteten die Forscher eine deutliche Ost-West-Teilung. Dabei war das Risiko, an einer Herzkrankheit oder einem Schlaganfall zu sterben, in manchen ostdeutschen Regionen doppelt so hoch war wie in manchen westdeutschen Gegenden.
(Quelle: „European Heart Journal“, Online-Vorabveröffentlichung) (AP)
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