Aktuelle Nachrichten – International
25.03.2012
Foto: AP Photo/Susan Walsh
Seoul – Trotz internationaler Kritik setzt Nordkorea die Vorbereitung eines umstrittenen Raketenstarts fort. Vor dem für den kommenden Monat geplanten Abschuss wurde nach südkoreanischen Angaben eine Langstreckenrakete zu einer Abschussrampe im Nordwesten des Landes gebracht. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium und dem Kreis der Stabschefs verlautete am Sonntag, die Informationen gingen auf die südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte zurück. Nordkorea hat angekündigt, Mitte kommenden Monats mit einer Langstreckenrakete einen Satelliten ins All zu bringen.
US-Präsident Barack Obama und sein südkoreanischer Kollege Lee Myung Bak verurteilten den geplanten Abschuss am Sonntag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Seoul. "Nordkorea wird mit diesen Drohungen oder Provokationen nichts erreichen", sagte Obama.
Vielmehr setze die Führung in Pjöngjang damit ein kürzlich geschlossenes Abkommen über Lebensmittellieferungen aufs Spiel. "Schlechtes Benehmen wird nicht belohnt", sagte Obama. "Es gibt seit Jahrzehnten ein Muster. Nordkorea provoziert und will dann bestochen werden, damit es die provokanten Aktionen einstellt."
Lee warf Nordkorea vor, mit dem geplanten Raketenstart eine UN-Resolution zu verletzen. "Die provokative Aktion stellt eine Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit dar", sagte Lee.
Nach nordkoreanischen Angaben ist der Start Teil eines Raumfahrtprogramms zu friedlichen Zwecken. Die USA sehen in dem Vorhaben einen verdeckten Test von Systemen für atomare Langstreckenraketen, die unter anderem Alaska erreichen könnten. Die Pläne dürften in den kommenden Tagen auch ein wichtiges Thema bei den Gesprächen von US-Präsident Barack Obama während eines internationalen Gipfels zur Atomsicherheit in Seoul sein. (dapd)
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