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Pressefreiheit Nordkorea verurteilt US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Haft

Vijay Joshi

08.06.2009

Amerikanische Journalisten in Nordkorea verhaftet - Südkoreaner protestieren.  (AP Photo/Bullit Marquez, File)
Amerikanische Journalisten in Nordkorea verhaftet - Südkoreaner protestieren. (AP Photo/Bullit Marquez, File)

Seoul – Knapp drei Monate nach ihre Festnahme in Nordkorea sind zwei US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Das Oberste Gericht in Pjöngjang fällte sein Urteil nach fünf Verhandlungstagen, wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag meldete. Den beiden 32 und 36 Jahre alten Amerikanerinnen werden illegale Einreise und „Feindseligkeit gegen das koreanische Volk“ vorgeworfen. Beobachter vermuten, dass Nordkorea die Frauen als Druckmittel benutzen will, um Verhandlungen mit den USA zu erzwingen.

Laura Ling und Euna Lee hatten für den kalifornischen Sender Current TV, an dem der frühere US-Vizepräsident Al Gore beteiligt ist, aus der chinesischen Grenzregion zu Nordkorea berichtet. Sie wurden am 17. März in der Nähe des damals zugefrorenen Grenzflusses Tumen festgenommen, während ein Kameramann und ein Führer entkommen konnten.

Eine Berufung gegen das vom Obersten Gericht verhängte Urteil ist nicht möglich. Die Strafe lautet KCNA zufolge „zwölf Jahre Besserung durch Arbeit“. Die Formulierung dürfte auf Inhaftierung in einem nordkoreanischen Arbeitslager hindeuten.

Nach Ansicht von Beobachtern beginnen nun die Verhandlungen zur Freilassung der Journalistinnen. Das hohe Strafmaß habe wenig Bedeutung, erklärte Professor Kim Yong Hyun von der Dongguk-Universität in Seoul. Es sei eine Reaktion auf die Drohungen der USA mit Sanktionen wegen des jüngsten nordkoreanischen Atomtests. Letztlich werde der Fall auf diplomatischem Wege gelöst.

Ling und Lee, Mutter einer vierjährigen Tochter, seien für Pjöngjang eine Art Verhandlungsmasse, um Hilfslieferungen und andere Konzessionen im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm zu erreichen, glaubt Professor Hajime Izumi von der Universität Shizuoka in Japan. „Nordkorea könnte sie aus humanitären Gründen freilassen und von den USA im Gegenzug humanitäre Hilfe fordern“, sagte er.

Offenbar weitere Raketentests geplant

Das US-Außenministerium äußerte sich besorgt über das Urteil. Sprecher Ian Kelly erklärte, die Regierung versuche eine offizielle Bestätigung für das Urteil zu bekommen. Es würden alle möglichen Kanäle genutzt, um die Freilassung der beiden Frauen zu erreichen.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilte die Entscheidung des nordkoreanischen Gerichts aufs Schärfste. Die Urteile seien noch viel strenger ausgefallen als erwartet. „Das Gerichtsverfahren war ein Scheinprozess“, kritisierte die Organisation.

Nordkorea plant unterdessen offenbar weitere Raketentests. Schiffe wurden aufgefordert, sich von der Ostküste fernzuhalten, wie die japanische Küstenwacht meldete. (AP)

 

 

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