Aktuelle Nachrichten – Medizin
21.09.2012
Foto: ddp/Clemens Bilan
Berlin – Ein schreiendes Baby, ein Senior mit Herzproblemen und ein unterkühlter Obdachloser: Im hektischen Alltag einer Notaufnahme sind Ärzte laut einem Mediziner-Verband zu oft überfordert. Weil es in Deutschland keine Ausbildung speziell für Notfallmediziner gebe, könne dies zu medizinisch gefährlichen Umwegen in der Behandlung führen, warnte die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Akut- und Notfallmedizin (DGINA) am Freitag in Berlin.
Die DGINA als Zusammenschluss von Leitern zahlreicher Notaufnahmen schlug als Lösung eine fünfjährige Qualifikation zum Notfall-Facharzt vor. "Denn was die Professionalisierung der Notfallmedizin betrifft, ist Deutschland ein Entwicklungsland", sagte die Chefärztin Barbara Hogan von der Asklepios Klinik Hamburg-Altona. Dies führe auch dazu, dass in den ersten Minuten eines Notfalls teilweise ineffektiv gearbeitet werde.
Notfall-Fachärzte sind Standard in anderen Ländern
In bereits 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union können sich Mediziner nach Angaben des Verbandes zu Fachärzten im Bereich akuter Notfälle ausbilden lassen. Ihre ärztliche Kunst bestehe darin, unklare Symptome rasch Krankheiten zuzuordnen und unverzüglich eine Therapie einzuleiten, erläuterte DGINA-Präsident Christoph Dodt.
Bundesweit seien im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Patienten in Notaufnahmen von Krankenhäusern behandelt worden, sagte Dodt. Zu Schaffen mache den Ärzten die wachsende Zahl älterer Patienten, die über diverse Probleme klagen und komplizierte Vorerkrankungen hatten.
( http://www.dgina.de )
dapd
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