Aktuelle Nachrichten – Deutschland
01.01.2012
Foto: Thomas Max Müller/Pixelio
Bielefeld – Viele Obdachlose müssen den Winter nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) auf der Straße verbringen. "Die Zahl der Notunterkünfte in Deutschland reicht nach unseren Informationen nicht aus", sagte der BAGW-Geschäftsführer Thomas Specht.
Die Gesamtzahl der Wohnungslosen habe in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen. "Wir müssen feststellen, dass sich die Armut und die Wohnungsnot in Deutschland drastisch verstärkt haben", sagte Specht. Von 2008 bis 2010 habe der Dachverband sozialer Dienste und Einrichtungen für wohnungslose Personen einen Anstieg der Wohnungslosenzahlen um rund zehn Prozent verzeichnet, erklärte Specht. Insgesamt seien derzeit rund 250.000 Menschen ohne Zuhause. 106.000 Haushalte sind nach Schätzungen der BAGW zudem von Wohnungslosigkeit bedroht.
Als Grund für den Anstieg der Wohnungslosenzahlen nannte Specht vor allem die massiven Mietpreissteigerungen in vielen Regionen, "sowohl bei den Kaltmieten als auch bei den Nebenkosten". Zudem gebe es eine große Schere zwischen Angebot und Nachfrage, die von der Politik nicht geschlossen werde. Die schwarz-gelbe Regierung habe dem sozialen Wohnungsbau den "Todesstoß" versetzt, sagte Specht.
Auch die Kürzungen bei den Hilfsprogrammen für Langzeitarbeitslose kritisierte Specht. "Bis zu 50 Prozent der speziellen Integrationshilfen könnten wegfallen, weil sie nicht mehr bezahlbar sind", sagte Specht. Er forderte die Bundesregierung auf, die Arbeitsmarktreform zurückzunehmen.
(dapd)
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