Aktuelle Nachrichten – Städtereisen & Kulturreisen
14.08.2012
Foto: Elke Backert
Nürnberg. Was verbinden wir mit Nürnberg? Die Nürnberger Prozesse, Aufmarschstadien, hässliche deutsche Vergangenheit, Bratwürste, Christkindlmarkt und - Albrecht Dürer (1471-1528). Junger Feldhase (1502), Betende Hände (1508)... Nein, falsch. Die derzeitige Sonderausstellung „Der frühe Dürer" im Germanischen Nationalmuseum kommt ohne die bekannten Bilder des berühmtesten deutschen Malers des 16. Jahrhunderts aus.
Ein grimmiger Feldhase
Vor dem Dürer-Haus am Ende der Altstadt steht der Hase dennoch - in Überlebensgröße - und wird geliebt von allen Kindern. Sie rutschen auf seinem Buckel hin und her bis hinunter zum Kopf, klettern wieder hinauf und beginnen ihr Rutschspiel von neuem. Wohl deshalb guckt der Hase, eine Skulptur „nach Dürer" von Jürgen Goertz, ein bisschen grimmig.
Die Mümmelmann-Dürer-Ruhe ist ihm nicht gegönnt, lediglich dem kleinen „jungen Feldhasen", ebenfalls von Goertz, davor.
Hase hin, Hase her, der junge Feldhase ist schlicht zu alt für die Ausstellung, erst 1502 gemalt. Das früheste bekannte Werk Dürers aber ist das zart hingehauchte Selbstbildnis als Knabe, „da ich noch ein kind ward", das er 1484 im Alter von 13 Jahren nach seinem Spiegelbild fertigte, eine Silberstift-Zeichnung. Sie ist gleichzeitig die früheste erhaltene Kinderzeichnung überhaupt. Im Alter von 26 Jahren malte er sich als vornehmen jungen Herrn, nach neuester venezianischer Mode gekleidet und mit kunstvoll gelocktem Haar.
Kulturelles Highlight mit Dürer
Diese selbstbewusste Darstellung zu Beginn seiner Karriere macht deutlich, dass sich Dürer seines Könnens und seines Erfolges sicher war. Sogar ein Akt-Selbstbildnis gibt es von ihm, jahrhundertelang das einzige eines Künstlers, bis in der Moderne etwa Egon Schiele seinen entblößten Körper darstellte.
Dürer-Fans werden „die größte Dürer-Ausstellung in Deutschland seit 40 Jahren" mit 200 Exponaten, davon allein 120 vom berühmten Nürnberger Künstler, nicht verpassen wollen.
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