Wirtschaftsnachrichten - Aktuelle Nachrichten Wirtschaft – Nürnberger Forscher sehen leichte Entspannung auf Arbeitsmarkt – DAPD
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Nürnberger Forscher sehen leichte Entspannung auf Arbeitsmarkt

DAPD

31.07.2006

Nürnberg - Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet für das zweite Halbjahr 2006 einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Für das Gesamtjahr sei mit 4,56 Millionen Arbeitslosen zu rechnen und damit mit etwa 300.000 weniger als 2005, schreiben die Nürnberger Forscher in ihrer am Montag veröffentlichten Studie.

Dabei nehme die Zahl der Jobsuchenden im Osten etwas stärker ab als im Westen, was unter anderem auf den verstärkten Einsatz in Arbeitsgelegenheiten wie 1-Euro-Jobs, auf Abwanderung in den Westen und die demographische Entwicklung zurückzuführen sei. Die Arbeitslosenquote werde im Osten mit 17,5 Prozent aber immer noch um 8 Punkte höher liegen als im Westen mit 9,4 Prozent.

Während die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld-I bereits in der ersten Jahreshälfte kräftig abgenommen habe und im Juni mit 1,5 Millionen um fast 400.000 unter dem Vorjahresmonat lag, habe sich die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empfänger mit 2,9 Millionen kaum verändert. Ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt seien nach wie vor vergleichsweise schlecht, schreiben die IAB-Forscher. Daran werde sich auch im Verlauf des Jahres wenig ändern. So würden sich die positiven konjunkturellen Impulse zwar verstärken, sie gingen an den Langzeitarbeitslosen jedoch noch weitgehend vorbei.

Insgesamt habe sich der Anteil der Arbeitslosengeld-II-Empfänger an den Jobsuchenden von 58 Prozent zu Jahresbeginn auf inzwischen 65 Prozent erhöht. «Um einer weiteren Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken, besteht nach Einschätzung des IAB arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Handlungsbedarf», heißt es in der Studie wörtlich.

Für 2007 rechnen die IAB-Forscher weiter mit einer wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung. Diese werde aber schwächer ausfallen. Gleichzeitig dürfte die höhere Mehrwertsteuer die Nachfrage dämpfen. Das erwartete Wirtschaftswachstum von 1,25 Prozent bedeute zudem ein Risiko für den Arbeitsmarkt. Vor allem die konjunktursensible sozialversicherungspflichtige Beschäftigung dürfte nach einem inzwischen leichten Anstieg im laufenden Jahr 2007 wieder sinken.

Insgesamt prognostiziert das IAB für 2007 rund 4,4 Millionen Arbeitslose und damit 170.000 weniger als 2006. Diese Differenz ist den Angaben nach jedoch ausschließlich darauf zurückzuführen, dass die durchschnittliche Arbeitslosenzahl im laufenden Jahr von zwei Sondereffekten belastet wurde: dem langen und harten Winter sowie den vorgezogenen Entlassungen älterer Arbeitnehmer.

(AP)

 

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