Bagdad - Drei Monate nach dem Tod des irakischen Al-Kaida-Führers Abu Mussab al Sarkawi hat die sunnitische Terrorgruppe einen weiteren Rückschlag erlitten. Irakische und ausländische Soldaten verhafteten die Nummer zwei der Organisation, Hamed Dschumaa Farid al Saidi, wie der Nationale Sicherheitsberater Muwafak al Rubaie am Sonntag in Bagdad mitteilte.
Al Saidi sei vor einigen Tagen nördlich von Bagdad aufgegriffen worden, sagte der Sicherheitsberater. Er stehe in der Rangfolge der gesuchten Al-Kaida-Terroristen direkt hinter dem neuen Führer Abu Ajjub al Masri und werde unter anderem für den Bombenanschlag auf ein Heiligtum der Schiiten in der Stadt Samarra im Februar verantwortlich gemacht. Al Kaida im Irak stecke nun in einer «schweren Führungskrise», sagte Al Rubaie.
Bei Bombenanschlägen und Überfällen wurden nach Angaben vom Sonntag mindestens 20 Menschen getötet, unter ihnen auch vier US-Soldaten. Die US-Regierung bezeichnete die Lage im Irak als prekärer denn je. Die Gewalt zwischen den Volksgruppen breite sich immer weiter aus, die Gefahr eines Bürgerkriegs wachse, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Pentagons. Die Sicherheitslage sei so schwierig wie nie zuvor seit der US-Invasion im März 2003.
Im Nordirak drohte der Präsident der Kurdenregion, Massud Barsani, mit einer Sezession. «Wenn wir uns loslösen wollen, werden wir das ohne Zögern tun», sagte Barsani am Sonntag vor dem Regionalparlament in Erbil. Hintergrund ist ein Flaggenstreit, den Barsani am Freitag mit seiner Anordnung ausgelöst hat, die irakische Flagge durch die kurdische zu ersetzen. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki erklärte daraufhin, dass im ganzen Land allein die irakische Nationalflagge gehisst werden dürfe.
(AP)
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