Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
05.10.2012
Foto: dapd/Clemens Bilan
Berlin – Bewegungsmuffel und wenig Gemüse auf dem Teller: Nur elf Prozent der Deutschen lebt einer Studie zufolge rundum gesund. "Jeder Zweite ernährt sich nicht ausgewogen und Bewegung im Alltag nimmt ab", sagte einer der wissenschaftlichen Leiter des diesjährigen Reports der Deutschen Krankenversicherung (DKV) "Wie gesund lebt Deutschland?", Ingo Froböse, am Freitag in Berlin. Demzufolge gebe es einen Negativtrend: Im Report aus dem Jahr 2010 lebten noch 14 Prozent der Deutschen rundum gesund. Experten fordern deshalb mehr Aufklärung in der Bevölkerung.
Rundum gesund ist der Studie zufolge, wer sich ausreichend bewegt, ausgewogen ernährt, nicht raucht, Alkohol nur gelegentlich konsumiert und gut mit Stress umgeht. Das erfüllt nur jeder Neunte, lautet das Ergebnis. 3.032 Menschen im Alter ab 18 Jahren wurden für den Report befragt.
54 Prozent der Befragten bewegten sich demnach ausreichend, 2010 waren es noch 60 Prozent. Zudem habe der ungesunde Stress bei den Befragten um zwei Prozent auf 53 Prozent zugenommen. Dagegen waren bei der diesjährigen Befragung mehr Menschen Nichtraucher. Die Zahl stieg von 75 auf 78 Prozent.
Frauen leben gesünder als Männer
Frauen leben den Ergebnissen der Studie zufolge gesünder als Männer. 13 Prozent der weiblichen Befragten erfüllten die fünf Kriterien, unter den männlichen waren es lediglich neun Prozent. Zudem lebten ältere Menschen im gesamten Vergleich am gesündesten. In der Altersgruppe ab 65 lebten 17 Prozent rundum gesund.
Im Ländervergleich schnitt Mecklenburg-Vorpommern am besten ab. Hier lebten 18 Prozent der Befragten rundum gesund, Schlusslicht ist Baden-Württemberg mit neun Prozent. Für diese Bilanz zog das Zentrum für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln, das die Umfrageergebnisse auswertete, auch Daten aus dem DKV-Report 2010 heran.
Mehr Aufklärung gegen Übergewicht und Bewegungsmangel
DKV-Vorstandschef Clemens Muth und Sportwissenschaftler Froböse von der Sporthochschule Köln warnten, der Negativtrend könne sich in Deutschland fortsetzen, und rieten deshalb zu mehr Aufklärung in der Bevölkerung. Denn knapp 60 Prozent der Deutschen sind laut der Studie der Meinung, dass sie gesund oder sogar sehr gesund leben, fügte Froböse hinzu. Die Ergebnisse sprächen aber eine andere Sprache. Muth sagte: "Die Aufklärung gegen Übergewicht und Bewegungsmangel braucht gesellschaftlich den gleichen Stellenwert wie die Aids-Prävention." Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes und Rückenschmerzen seien Folgen des Lebensstils vieler Deutscher - damit stiegen zugleich die Kosten im Gesundheitswesen. Die DKV ist Teil der Ergo Versicherungsgruppe.
Froböse forderte, mehr Bewegungsräume im Alltag zu schaffe. "Wir gestalten unsere Umwelt im Zuge der Verkehrsoptimierung, aber nicht nach der Biologie," oftmals sei es schon hilfreich, im Alltag die Treppe statt der Rolltreppe zu benutzen, sagte er.
dapd
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