Neuenburg – In der Schweiz lebt nur ein verschwindend kleiner Anteil der 65- bis 79-Jährigen in Pflegeheimen. Die Aufenthaltsdauer in Pflegeheimen beträgt im Schnitt knapp 1.000 Tage. Über 85 Prozent des Personals sind Frauen, wie eine BFS-Statistik zeigt. Die Kosten erhöhten sich 2006 auf knapp sieben Milliarden Franken.
Nur ein Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen im Alter von 65 bis 79 Jahren leben in Pflegeheimen. Bei den über 80-Jährigen steigt die Quote bei den Männern auf zwölf und bei den Frauen auf 22 Prozent, wie die am Montag veröffentlichte Statistik der sozialmedizinischen Institutionen 2006 zeigt. Bei den über 95-Jährigen lebt die Hälfte im Pflegeheim. 70 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sind Frauen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 992 Tage. In der Deutschschweiz geht rund die Hälfte der älteren Menschen in der Regel direkt von zu Hause in ein Alters- oder in ein Pflegeheim. In der Westschweiz und im Tessin dagegen treten 60 Prozent der Fälle nach einem Spitalaufenthalt in ein Heim ein. Elf Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner verliessen 2006 das Alters- oder Pflegeheim, um wieder zu Hause zu leben. 24.000 Menschen starben im Heim.
Zwischen 1999 und 2006 nahm die Zahl der über 80-Jährigen, die in einem Alters- oder Pflegeheim leben, um knapp zehn Prozent zu. Im vergangenen Jahr waren dies 61.600 Menschen. Demgegenüber nahm aber die Gesamtzahl dieser Altersgruppe gar um 20 Prozent zu. Das heisst, dass der Anteil der über 80-Jährigen, die in einem Heim leben, zurückgegangen ist, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) schreibt. Im vergangenen Jahr gab es 1.800 Betten für Kurzaufenthalte und 85.000 Betten für Langzeitaufenthalte, was 70 Plätzen pro tausend Einwohner über 65 Jahre entspricht. In der Westschweiz beträgt die durchschnittliche Pflege über zwei Stunden pro Tag und 17 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner werden täglich rund fünf Stunden betreut.
Zwischen 1999 und 2006 stieg die Zahl der in Pflegeheimen betreuten Menschen um vier Prozent, während sich die Zahl der Beschäftigten um 20 Prozent vergrösserte. Insgesamt arbeiteten 120.000 Leute in Institutionen für Betagte. Umgerechnet sind dies laut BFS 70.500 Stellen. Über 85 Prozent der Beschäftigten sind Frauen. Im vergangenen Jahr erhöhten sich die Kosten für die Betreuung älterer Menschen in Alters- und Pflegeheimen auf 6,9 Milliarden Franken. Zwischen 1999 und 2002 stiegen die Kosten um 25 Prozent, seither betrug die Zunahme jährlich drei Prozent. Ein Tag im Pflegeheim kostete im vergangenen Jahr durchschnittlich 234 Franken, in einem Altersheim ohne medizinische Leistungen 139 Franken. (AP)
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