Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
06.03.2009
Washington – Mit einem Expertentreffen im Weißen Haus hat US-Präsident Barack Obama am Donnerstag die von ihm schon im Wahlkampf angekündigte Gesundheitsreform in Angriff genommen. Beim Umbau des teuersten Gesundheitssystem der Welt werde es „keine heiligen Kühe“ geben, kündigte er an. Zugleich zeigte sich Obama aber kompromissbereit und versprach, „jede Stimme muss gehört werden. Jede Idee muss in Erwägung gezogen werden“. „Das einzige was nicht zur Debatte steht, ist der Status quo,“ sagte Obama. Dieses Mal würden die, die unter allen Umständen jede Reform verhindern wollten, keinen Erfolg haben.
Damit bezog sich Obama auf den gescheiterten Versuch seiner jetzigen Außenministerin und damaligen First Lady Hillary Rodham Clinton, schon in den 90er Jahren in der Amtszeit von Präsident Bill Clinton das Gesundheitssystem zu reformieren. Damals war die Reform fast nur im Weißen Haus erarbeitet worden, was zu Klagen von Abgeordneten und Interessengruppen führte, sie seien bei den Überlegungen übergangen worden.
An der Zusammenkunft jetzt im Weißen Haus nahmen mehr als 120 Vertreter von Ärzte- und Patientenverbänden, der Gesundheitsindustrie und der Versicherungen teil. Berater Obamas erklärten, der Präsident sei entschlossen, noch im ersten Jahr Gesetze verabschieden zu lassen, mit denen er die nach seiner Ansicht größte Gefahr für die Fundamente der amerikanischen Wirtschaft angehen will. Er wolle seine Popularität und die Unzufriedenheit der Öffentlichkeit nutzen, um eine allgemeine Krankenversicherung für alle Bürger durchzusetzen.
Die USA geben pro Jahr 2,4 Billionen Dollar für ihr Gesundheitssystem aus. Schätzungsweise 48 Millionen Amerikaner sind aber derzeit nicht krankenversichert. Das Land könne es sich nicht leisten, auf eine Erholung der Wirtschaft zu warten, bevor man sich um die außer Kontrolle geratenen Gesundheitskosten kümmere, erklärte Obama. Für ihn schließen sich der Kampf gegen die Wirtschaftskrise und für ein besseres Gesundheitssystem keinesfalls aus – im Gegenteil: „Wenn wir Arbeitsplätze schaffen und unsere Wirtschaft wieder aufbauen wollen, dann müssen wir uns schon in diesem Jahr der erdrückenden Kosten für die Gesundheitsfürsorge annehmen, in dieser Regierungszeit“, sagte er. Wenn man jetzt in die Reform investiere, würden dadurch die Kosten dramatisch gesenkt. Das Haushaltsdefizit werde sich nicht vergrößern. Vielmehr werde die Reform langfristig dabei helfen, es zu senken.
http://www.whitehouse.gov/agenda/health_care/ (AP)
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