Top-Themen – Obama könnte der UNO auf die Beine helfen – César Chelala / Gastautor
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UNO und Frieden Obama könnte der UNO auf die Beine helfen

César Chelala / Gastautor

28.01.2009

Blick auf die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, Sept. 2008 (Michael Nagle/Getty Images)
Blick auf die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, Sept. 2008 (Michael Nagle/Getty Images)

New York - In letzter Zeit stehen die Vereinten Nationen vermehrt im Kreuzfeuer der Kritik, insbesondere in den USA. Die Zahlungsrückstände der USA gegenüber der UNO haben deren Effektivität beträchtlich eingeschränkt. Die Wahl des neuen US-Präsidenten ist eine ausgezeichnete Chance, den Vereinten Nationen wieder mehr Gewicht zu verleihen und das könnte sie wieder mehr auf die Nöte der Völker hören lassen.

Nachdem ich drei Jahrzehnte für mehrere Organisationen der UNO gearbeitet habe, kann ich ihre Fehler ganz gut einschätzen, aber auch ihre Fortschritte sehen. Ich fand es besonders hilfreich, die Arbeit der UNO mit der Arbeit anderer internationaler Organisationen, für die ich ebenfalls arbeite, zu vergleichen.

Die Organisation ist in der Tat nicht effizient. Aber Uneffizienz ist nicht ein Vorrecht der UNO. Weil sie bei einigen Konflikten nicht nachhaltiger arbeiten konnte, wurde sie schnell als unbedeutend abqualifiziert. Als eine Organisation, in der jedes Land frei seine Meinung äußern kann, hat die UNO so viel Gewicht wie bisher. Oder, um es deutlicher zu sagen, die UNO wird so viel Bedeutung haben, wie die Mitgliedsstaaten es wünschen.

Bei diesen Erörterungen fehlt völlig die Annerkennung der Organisation für das, was sie erreicht hat und für die wichtige Rolle, die sie gespielt hat bei Fragen des Weltfriedens, der Gesundheit und bei Entwicklungsfragen. Den Vereinten Nationen gehört ein komplexes Gebilde von Unterorganisationen an. Darunter befindet sich das Kinderhilfswerk UNICEF, das bemerkenswerte Erfolge bei der Verbesserung der Lebensqualität von Kindern vorlegen kann; die Weltgesundheitsbehörde WHO, die zu einem anhaltenden Erfolg bei der Verbesserung der Gesundheit geführt hat; die Weltentwicklungshilfe UNDP, die die Anstrengungen für die Entwicklung armer Länder unterstützt hat und viele andere.

Einer der Vorwürfe gegen die UNO bezieht sich auf die Höhe der Zahlungen der USA. Die USA sind die Hauptzahler für das System UNO, sie machen 25 Prozent des Gesamthaushaltes aus (inklusive regelmäßige und für Friedensmaßnahmen bestimmte Budgets). Wenn man die Beiträge als den Anteil des Bruttosozialproduktes der Industrie-Nationen betrachtet, befinden sich die USA am unteren Ende der Liste.

Bei der Ratifizierung der Charta der Vereinten Nationen stimmten alle Mitgliedsstaaten zu, die Kosten gemäß dem Kostenschlüssel, wie die UNO ihn vorgab, zu übernehmen. Aber die USA haben ihre geldlichen Verpflichtungen gegenüber der UNO nicht eingehalten, weder zum vorgesehenen Zeitpunkt noch in voller Höhe, und das über Jahre hinweg.

Dadurch wird wertvolle Arbeit aufs Spiel gesetzt, eben zum Beispiel die friedensstiftenden Aktionen. Durch einseitiges Einbehalten der zu zahlenden Gelder - eine Handlung, die der ehemalige Präsident Jimmy Carter eine Schande nannte - entsteht unnötigerweise Unmut gerade unter den Mitgliedsstaaten, die sich wirklich schwer tun, ihre Pflichten zu erfüllen.

Im März 2008 hatten die USA einen Zahlungsrückstand von mehr als 2,4 Milliarden Dollar. Die USA, die schon immer mit ihren Zahlungen hinterher hinken, haben zusätzlich Schulden bei den Friedensmissionen. Diese Situation ist nicht nur eine Gefahr für die Gewalt in Darfur, sondern sie ist auch bedrohlich für 16 weitere Friedensmissionen auf der ganzen Welt, obwohl die USA sich für länger dauernde und größere Missionen ausgesprochen haben.

Auch wenn man die grundlegende Verantwortung der Vereinigten Staaten bei der finanziellen Unterstützung der UNO hervorhebt, sollte dadurch trotzdem nicht unser Blick von den Fehlern der Organisation abgelenkt werden. Ja, die UNO sollte größeres Gewicht haben, übergreifende Aufgaben sollten vermieden werden und die Effizienz der system-weiten Koordination sollte verbessert werden.

Die Universalität der UNO als ein Werkzeug zur Erhaltung von Frieden und Sicherheit hat weiterhin ihre Gültigkeit wie zur Zeit ihrer Gründung im Jahr 1945. Kein anderes Staatenbündnis oder keine 'Liga für Demokratie' könnte diese Rolle übernehmen. Um diese Rolle zu spielen sollten die USA, als der mächtigste Staat der Welt, abweichende Meinungen anderer Staaten verstehen und zulassen.

Aufgabe der UNO ist es nicht, die Grundsätze anderer Länder abzusegnen. Wie Tony Blair bei seinem letzten Besuch als Premierminister in den USA erklärte: „Mächtige Nationen wünschen sich mehr effektive multilaterale Organe - unter der Voraussetzung, dass diese ihren Wünschen folgen werden. Was sie fürchten, das sind multilaterale Organe, die deren eigenen Vorstellungen folgen."

Trotz ihrer Fehler ist die UNO weiterhin die beste Garantie für Frieden in der Welt. Anstatt sich für ihre Auflösung einzusetzen, sollten lieber Schritte unternommen werden, um sie zu stärken und ihre komplizierten Aufgaben einfacher zu gestalten.

Über den Autor:

César Chelala, geboren 1940 in Argentinien, ist ein international anerkannter Journalist und Gesundheitsexperte für mehrere internationale Organisationen. 1979 gewann er als Co-Autor den begehrten Overseas Press Club of America Award für den besten Artikel zu Menschenrechten.

Originalartikel:
http://en.epochtimes.com/n2/content/view/10925/

 

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