Frankfurt/Main – Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau enthält oft mehr Pflanzenschutzmittel als erlaubt. Der Landesverband Baden-Württemberg des Früchte-Import und -Großhandels bestätigte am Wochenende teilweise einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Verbandschef Helge Franceschetti sagte der AP, die Grenzwerte in Deutschland würden in etwa zehn Prozent der Fälle überschritten. Er betonte jedoch: „Auch wenn wir über dem Grenzwert sind, haben wir niemals eine Gesundheitsgefährdung provoziert.“
Sind die Grenzwerte für Pestizide überschritten worden, wird der Produzent laut Franceschetti abgemahnt. Bei wiederholten Verstößen dürfe er nicht mehr liefern. „Wir sind sehr strikt in der Richtung.“ Zwei Früchte fallen demnach regelmäßig auf: „Esstrauben und Paprika bereiten uns immer wieder Kopfweh.“ Lieferländer seien die Türkei, Griechenland, Italien und Spanien beziehungsweise bei Paprika die Türkei und Spanien. Sollten Grenzwerte überschritten sein, werde die Ware aus dem Verkehr gezogen, sagte Franceschetti. Allerdings komme ein Laborergebnis erst nach ein bis drei Tagen, so dass das Obst oder Gemüse bereits verzehrt sein könne.
Der „Spiegel“ hatte berichtet, dass der Verband im vergangenen Jahr 3.856 Proben der Frucht- und Gemüsesorten habe testen lassen, die aus konventionellem Anbau stammten und in Baden-Württemberg sowie den angrenzenden Bundesländern gehandelt worden seien. Demnach überschritten neun Prozent der Proben die gesetzlich zugelassenen Pestizid-Höchstmengen. Dem Magazin zufolge gefährdete damit die Ware unter Umständen die Gesundheit der Verbraucher. Bio-Produkte seien nur in 0,7 Prozent der Fälle belastet gewesen.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kündigte eine Anzeige an. „Wir gehen davon aus, dass die Situation in anderen Bundesländern vergleichbar ist“, wurde der Chemie-Experte Manfred Krautter in dem Blatt zitiert. Greenpeace hat inzwischen Pestizid-Preise für Filialen von Edeka, REWE und Tengelmann, die Ketten mit der insgesamt am am höchsten gemessenen Belastung ausgegeben. Aktivisten demonstrierten vor Supermärkten in 48 Städten.
(AP/jel)
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