Wirtschaftsnachrichten - Aktuelle Nachrichten Wirtschaft – OECD empfiehlt Deutschland Steuererhöhungen und Kürzungen – DAPD
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Wirtschaftsbericht für Deutschland OECD empfiehlt Deutschland Steuererhöhungen und Kürzungen

DAPD

26.03.2010

Berlin (apn) Zur Reduzierung des Haushaltsdefizits hat die OECD der Bundesregierung einen Mix aus Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen empfohlen. Vorrang sollten Kürzungen haben, weil sie weniger schädlich für das Wachstum seien als Steuererhöhungen, heißt es in dem am Freitag in Berlin veröffentlichten Wirtschaftsbericht für Deutschland. Wenn eine Erhöhung der Steuereinnahmen angestrebt werde, „sollte dies vorzugsweise über den Abbau von Steuervergünstigungen geschehen“.

Die Regierung sollte eine Erhöhung des Anteils der indirekten Steuern am Gesamtsteueraufkommen in Erwägung ziehen, hieß es in dem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa weiter. Indirekte Steuern, insbesondere solche auf Immobilien und Verbrauch, seien für das langfristige Wachstum am wenigsten schädlich.

Zudem empfahl die OECD der Regierung eine Überprüfung des Mehrwertsteuersystems. Des Weiteren könnte eine weitere Erhöhung der Umweltsteuern in Betracht gezogen werden.

Zur Einhaltung der Schuldenbremse müssten die Defizite jedenfalls erheblich reduziert werden, heißt es weiter. Für Ausgabenerhöhungen und Steuersenkungen müsse der erforderliche fiskalische Spielraum erst noch gefunden werden. „Daher ist es wichtig, dass die Bundesregierung in Bälde einen präzisen Plan darüber vorlegt, wie sie die neue Haushaltsregel einzuhalten gedenkt.“ Die deutsche Wirtschaftsleistung wird laut OECD in diesem Jahr um 1,3 Prozent und im kommenden Jahr um 1,9 Prozent wachsen.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte: „Die Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren vom expandierenden Welthandel profitiert.“ Dies sei das Ergebnis des Agierens von Unternehmern, Arbeitnehmern und Konsumenten im freien Wettbewerb. Die Bundesregierung werde die Empfehlungen der OECD sorgfältig prüfen und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen.

Reform der Landesbanken

Zur Sicherung der Stabilität des Bankensektors riet die OECD der Regierung, Banken nötigenfalls in letzter Instanz öffentliche Mittel zur Verfügung zu stellen. Zu den Prioritäten zähle eine Reform der Landesbanken. Allerdings sollte auch eine Öffnung des Sparkassensektors für private Kapitalbeteiligungen in Betracht gezogen werden.

Obwohl sich die Wirtschaft erhole, wird das vor der Krise beobachtete Produktionsniveau nach Einschätzung der OECD erst 2013 wieder erreicht sein. Mit einem steilen Anstieg der Arbeitslosigkeit sei zu rechnen. So könnte die Zahl der Arbeitslosen 2010 um über eine halbe Million zunehmen. Daher sollten aktive Arbeitsmarktprogramme ausgeweitet werden.(AP)

www.oecd.org

 

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