Berlin – Die OECD hat die Angriffe deutscher Bildungspolitiker auf den Pisa-Koordinator Andreas Schleicher zurückgewiesen und ihm das Vertrauen ausgesprochen. Schleicher sei „in verunglimpfender Art und Weise angegriffen worden“, kritisierte am Samstag die OECD-Direktorin für Bildung, Barbara Ischinger. „Wir weisen diese Angriffe mit Entschiedenheit zurück und bedauern, dass hierdurch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und der OECD im Bereich der Bildungsanalysen völlig unnötig belastet wird.“
Schleicher sei „ein weltweit anerkannter Bildungsforscher, der sich nicht nur mit der Entwicklung und Koordinierung des Pisa-Programms große Verdienste erworben hat“, betonte Ischinger. „Er genießt unser uneingeschränktes Vertrauen.“
Schleicher hatte am Mittwochabend nach dem verfrühten Bekanntwerden der neuen Pisa-Studie zu den Ergebnissen Stellung genommen und erklärt, diese seien nicht unbedingt als Erfolg zu werten, da die Ergebnisse nicht vergleichbar mit denen früherer Studien seien. Beides werfen ihm nun Bildungspolitiker der Union vor, die teilweise auch seinen Rücktritt gefordert haben. Schleicher hat in der Vergangenheit wiederholt das gegliederte Schulsystem in Deutschland kritisiert und sich damit schon mehrfach Kritik vor allem von Bildungspolitikern der Union eingehandelt. (AP)
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