Finanzen - Aktuelle Nachrichten – Öko-Umlage erhöht sich kaum – Erich Reimann
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Aktuelle Nachrichten – Finanzen

Entwarnung für Stromkunden Öko-Umlage erhöht sich kaum

Erich Reimann

14.10.2011

Bonn – Die Stromverbraucher in Deutschland können erst einmal aufatmen: Die Energiewende bleibt bezahlbar. Trotz der schnellen Abkehr von der Atomkraft steigt die mit der Stromrechnung zu zahlende Ökostrom-Umlage im nächsten Jahr nur von 3,5 auf 3,6 Cent. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bedeute dies Mehrkosten "von weniger als 18 Cent pro Monat", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Freitag.

Dass die Steigerung nicht höher ausfällt, ist auf den ersten Blick erstaunlich. Denn nach Angaben der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, die die sogenannte EEG-Umlage zur Förderung von Wind- und Sonnenenergie verwalten, geht der Ausbau der enneuerbaren Energien weiter zügig voran. Allein in diesem Jahr wird mit der Inbetriebnahme neuer Wind- und Sonnenenergieanlagen sowie Biomassekraftwerken mit einer Leistung von 6,5 Gigawatt gerechnet. 2012 sollen noch einmal 4,5 Gigawatt hinzukommen.

Ausschlaggebend für das stabile Niveau seien unter anderem der erwartete Anstieg der Preise an der Strombörse, der den Bedarf an Subventionen verringere, und ein geringerer Zubau an Photovoltaik-Anlagen, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.

Unter dem Strich bleibt die Förderung der erneuerbaren Energien aber ein teures Vergnügen. Auf 14,1 Milliarden Euro beziffert die Übertragungsnetzbetreiber die Gesamthöhe der von den Stromverbrauchern zur Förderung von Wind- und Sonnenenergie aufzubringenden Kosten.

Industrie will Änderung der Subventionspraxis

Vor allem die Wirtschaft dringt deshalb auf eine Änderung der Subventionspraxis. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte, in den kommenden Jahren müsse eine weitere Steigerungen der EEG-Umlage vermieden werden, "damit die Strompreise für Unternehmen und Haushalte bezahlbar bleiben". Hier gehe es auch um die Zukunft des Industriestandorts Deutschland.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft spricht sich dafür aus, die Subventionen Schritt für Schritt durch Marktmechanismen zu ersetzen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt, das Fördersystem stoße an seine Grenzen. Die Industrie brauche dringend eine Kostenbegrenzung für mehr Planungssicherheit.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) wehrt sich allerdings gegen eine weitere Bevorzugung energieintensiver Unternehmen. Denn die geltenden und die geplanten Ausnahmeregelungen für große Stromverbraucher seien mitverantwortlich für den aktuellen Anstieg der Öko-Umlage. "Die Kosten für den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren werden auf immer weniger Schultern verteilt", kritisierte BEE-Präsident Dietmar Schütz.

Bundesumweltminister Röttgen wertete unterdessen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als Erfolg. Im vergangenen Jahr seien die Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien dadurch auf die Rekordhöhe von fast 27 Milliarden Euro gestiegen. Bereits heute seien mehr als 370.000 Menschen in der Branche beschäftigt.

(dapd)

 

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