Aktuelle Nachrichten – Politik und Konjunktur
25.09.2008
Düsseldorf – Die Finanzkrise wird nach Einschätzung führender Ökonomen einen langanhaltenden Abschwung der Weltwirtschaft auslösen. „Nachdem die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren über ihrem langfristigen Trend gewachsen ist, wird sie in den kommenden Jahren darunter liegen“, sagte die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro dem „Handelsblatt“. Der Abbau von Ungleichgewichten, die aus der hohen Verschuldung der US-Haushalte und den „aufgeblasenen Bilanzen der Banken bestehen, wird die große Aufgabe der kommenden Jahre werden“.
Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, zeigte sich noch skeptischer: „Die US-Wirtschaft wird enorm geschwächt aus dieser Krise hervorgehen. Bis wir erste Anzeichen einer Erholung sehen, wird bedeutend mehr Zeit als ein Jahr vergehen.“
Zum einen warteten noch erhebliche finanzielle Risiken. Zum anderen würden sich die bislang bekannten Bankpleiten verzögert auf die Investitionen, den Arbeitsmarkt und den Konsum auswirken. Die Finanzkrise werde selbst Wachstumstreiber wie den technischen Fortschritt beeinträchtigen; Innovationen müssten schließlich finanziert werden.
Den Paulson-Plan über 700 Milliarden Dollar sieht Snower skeptisch: Er habe eine „fatale Schwäche“, sagt der Ökonom: „Entweder zahlt die US-Regierung weniger für das Vermögen als es wert ist, dann hätten die Banken zu wenig Kapital. Oder der Staat zahlt ihnen zu viel, dann würden ausgerechnet diejenigen belohnt, die verantwortungslos gehandelt haben.“ (AP)