Erneuerbare Energie – Ökostrombranche will mindestens 35 Prozent Marktanteil bis 2020 – DAPD
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Ökostrombranche will mindestens 35 Prozent Marktanteil bis 2020

DAPD

02.07.2007

Berlin – Die Ökostrombranche will bis 2020 mindestens 35 Prozent des deutschen Strombedarfs decken – weit mehr, als bislang von der Regierung angenommen. Vor dem Energiegipfel am (morgigen) Dienstag forderte der Bundesverband Erneuerbare Energien Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, trotz Protesten von Energiewirtschaft und Industrie an ihren ehrgeizigen Zielen für Klimaschutz und Erneuerbare festzuhalten. Sie seien realistisch und brächten nicht steigende, sondern sinkende Strompreise mit sich, erklärte der Verband.

Der Verband bekräftigte seine Zusage, bis 2020 die Zahl der Arbeitsplätze der Branche auf 500.000 zu verdoppeln und 200 Milliarden Euro zu investieren. Ein Anteil beim Strom von mindestens 35 Prozent und von 20 Prozent beim Energiebedarf insgesamt sei sehr realistisch, sagte Verbandsgeschäftsführer Milan Nitzschke. Bislang geht die Regierung von höchstens 27 Prozent beim Strom und knapp 17 Prozent beim Gesamtenergiebedarf aus.

Die Erneuerbaren könnten damit die 14 Atomkraftwerke ersetzen, die bis 2020 vom Netz gingen, sowie 18 von 21 geplanten Kohlekraftwerken. Ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien werde den Strompreis drücken, meinte Nitzschke. Denn das verstärkte Angebot werde dazu führen, dass besonders teure konventionelle Kraftwerke nicht oder weniger liefen. Damit geriete das Strompreisniveau insgesamt ins Rutschen. Bei den beschriebenen Ausbauzielen würde der Strompreis um acht Prozent sinken, meinte der Verbandsvertreter.

„Regeneratives Kombikraftwerk“

Das Problem, dass Strom aus Wind und Sonne nicht immer verfügbar sind, will die Branche durch Vernetzung mit Biogaskraftwerken und Pumpspeichern lösen. Nitzschke sprach vom „regenerativen Kombikraftwerk“, das per Computer die verschiedenen Quellen zusammenschaltet.

„Damit lässt sich der Atomausstieg ebenso umsetzen wie das 40-Prozent-Ziel der CO2-Reduktion“, sagte Ulrich Schmack, Vorstand der Schmack Biogas AG. Die Quote von Energieimporten könnte von heute gut 74 Prozent auf 60 Prozent vermindert werden, rechnete Schmack vor.

Frank Asbeck von Solarworld, wie Schmack Teilnehmer des (morgigen) Energiegipfels, betonte, die Einwände der großen Energieversorger seien nur darin begründet, dass sie um ihre üppigen Gewinne fürchteten. „Den etablierten Energieversorgern geht es nur darum, das 'goldene Ende' ihrer alten Atom- und Kohlekraftwerke möglichst weit zu verlängern“, meinte Asbeck. „Hier darf die Kanzlerin nicht nachgeben.“

Voraussetzung für den in Aussicht gestellten Ausbau sei unter anderem der Atomausstieg, sagte Nitzschke. Außerdem müsse das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Festpreise für Ökostrom garantiert, fortgeschrieben und das versprochene Ökowärmegesetz so bald wie möglich umgesetzt werden.

Die Verbandsvertreter bezogen sich auf die von der EU beschlossenen Ziele, bis 2020 mindestens 20 Prozent des europäischen Kohlendioxidausstoßes einzusparen, die Energieeffizienz um 20 Prozent zu steigern und 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs mit Erneuerbaren zu decken.

http://www.unendlich-viel-energie.de/ (AP)

 

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