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Hayward geht Ölpest kostet BP Milliarden und den Chef

Jane Wardell

27.07.2010

Chefetage von BP (von l.): Der scheidende CEO Tony Hayward, Chairman Carl-Henric Svanberg, und der neue CEO Bob Dudley in London. Foto: AP Photo
Chefetage von BP (von l.): Der scheidende CEO Tony Hayward, Chairman Carl-Henric Svanberg, und der neue CEO Bob Dudley in London.

Foto: AP Photo

London (apn) Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat BP einen Rekordverlust von 17 Milliarden Dollar im zweiten Quartal eingebracht und Konzernchef Tony Hayward den Posten gekostet. Hayward tritt mit einer Millionenabfindung zum 1. Oktober zurück und wird erwartungsgemäß von dem Amerikaner Bob Dudley abgelöst, wie das Unternehmen bei der Vorstellung seiner Zwischenbilanz am Dienstag in London bestätigte. Dudley sagte, die Ölpest sei „ein Weckruf nicht nur für BP, sondern für die Öl- und Gasindustrie insgesamt“.

Der 54-Jährige wird der erste nicht-britische BP-Chef sein. Er muss sich darum kümmern, das lecke Bohrloch endgültig zu verschließen, den Ölteppich zu beseitigen und das Image des Konzerns wieder aufzupolieren. Dudley, aufgewachsen in dem von der Ölpest betroffenen US-Staat Mississippi, war bereits Mitte Juni die Verantwortung für das tägliche Krisenmanagement im Golf von Mexiko übertragen worden, nachdem Hayward im Kampf gegen die Umweltkatastrophe ungeschickt agiert hatte.

Das Verschließen des Bohrlochs „ist mein Schwerpunkt Nummer eins“, sagte Dudley dem Fernsehsender ABC. BP werde eine Menge aus dieser Erfahrung lernen. „Wir werden klüger und stärker aus dieser Sache hervorgehen.“ Auch wenn BP in den USA vermutlich einen steinigen Weg mit hohen Bußgeldern und Klagen vor sich habe, wolle der Konzern den Vereinigten Staaten nicht den Rücken kehren, sagte Dudley.

Für die Kosten der Ölkatastrophe setzt BP 32,2 Milliarden Dollar (knapp 25 Milliarden Euro) an. Das führt zu einem Quartalsverlust von 17 Milliarden Dollar. In der Gesamtsumme sind 20 Milliarden Dollar für einen Entschädigungsfonds enthalten sowie die bislang aufgelaufenen Kosten von 2,9 Milliarden Dollar. In den nächsten 18 Monaten will BP Vermögenswerte in Höhe von 30 Milliarden Dollar verkaufen.

Millionenabfindung und Aktienoptionen

Die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April sei ein einschneidender Vorfall für den Konzern gewesen, sagte Aufsichtsratschef Carl-Henric Svandberg. BP bleibe ein starkes Unternehmen, werde aber in Zukunft ein anderes Unternehmen mit neuer Führung sein. Die Entscheidung über den Wechsel an der Spitze sei in beiderseitigem Einvernehmen gefallen, hieß es.

Hayward erhält eine Millionenabfindung und soll neue Aufgaben beim britisch-russischen Joint Venture TNK-BP übernehmen. Der 53-Jährige wird dort für einen Aufsichtsratsposten mit einem Jahresgehalt von 1,045 Millionen Pfund (1,26 Millionen Euro) nominiert. Außerdem behält er seine Aktienoptionen aus einem Bonusprogramm, die etliche Millionen wert sein können, wenn sich der seit dem Unglück um 40 Prozent eingebrochene Kurs wieder erholt. Dazu kommen Pensionsansprüche von rund 700.000 Euro jährlich.

Hayward nannte es richtig für BP, mit neuer Führung in eine neue Phase zu gehen. Die Explosion im Golf von Mexiko sei eine „schreckliche Tragödie“ gewesen, für die er sich als damalige Führungskraft des Konzerns stets zutiefst verantwortlich fühlen werde, egal, wie die Schuldfrage letztlich beantwortet werde.

Greenpeace protestiert

Mit Demonstrationen an Londoner Tankstellen und vor der BP-Zentrale in Bochum protestierte Greenpeace gegen die ökologische Bilanz des Ölkonzerns. 100 Tage nach Beginn der Katastrophe im Golf von Mexiko werde immer deutlicher, dass Ölbohrungen in der Tiefsee nicht beherrschbar seien und BP nichts aus dem Desaster gelernt habe, kritisierte die Umweltorganisation. BP müsse seine Unternehmensstrategie umkrempeln und sich von der Tiefseeförderung verabschieden. (AP)

 

 

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