Panorama - Aktuelle Nachrichten – Opossum Heidi hat neues Zuhause in Gondwanaland bezogen – Matthias Hasberg
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Aktuelle Nachrichten – Panorama

Das schielende Opossum Opossum Heidi hat neues Zuhause in Gondwanaland bezogen

Matthias Hasberg

10.06.2011

Das schielende Opossum Heidi im Zoo Leipzig im Transportkäfig. Foto: Sebastian Willnow/dapd
Das schielende Opossum Heidi im Zoo Leipzig im Transportkäfig.

Foto: Sebastian Willnow/dapd

Leipzig – Die Prozession dauert 16 Minuten, die Wartezeit nicht eingerechnet. Um 13.15 Uhr am Donnerstag verlässt das Opossum Heidi sein angestammtes, vor Blicken bislang geschütztes Gehege im Leipziger Zoo und wird von Tierpfleger Michael Ernst in Richtung Gondwanaland getragen. Fotografen und Kameraleute stehen Spalier und drängen sich auf dem frisch verstrichenen Asphalt am Rande des Leipziger Gondwanalands. Auslöser klicken, Lichter blitzen – Pfleger Ernst fotografiert mit dem Smartphone zurück. Rund 300 Meter hat die schielende Heidi vor sich, bis sie ihr neues Zuhause in der riesigen Tropenhalle beziehen kann.

Der Weg führt durch einen Seiteneingang der Tropenhalle, Zoo-Direktor Jörg Junhold führt den Umzug an, gefolgt von Pfleger Ernst, der Heidi in einer handelsüblichen Katzenbox mit lila Gitter auf dem Arm hinterherträgt. Seit ein paar Fotografen Heidi mit ihren schielenden Augen Ende 2010 zufällig im Zoo entdeckt hatten, ist sie ein weltweiter Medienstar. Pflegerin Maria Bischof betreut in einer weiteren Kiste Opossum Teddy, ein bisschen abseits steht ein Pfleger mit australischen Beutelmäusen, die sich das neue Gehege mit Heidi teilen werden. Für die Mäuse interessiert sich niemand.

In der 16 Hektar großen Halle ist es schwülwarm, unabhängig von der Außentemperatur. Aus in den Kunstfelsen und hinter den Pflanzen versteckten Düsen werden kleinste Wassertröpfchen versprüht, um ein tropisches Klima zu erzeugen. Die Fotografen hantieren mit Taschentüchern, um Linsen und Objektive zu reinigen. Es geht auf dem Pfad entlang einmal quer durch Gondwanaland, das am 1. Juli öffnen wird. 17.000 Pflanzen verleihen der Halle ein durchaus authentisches Tropengefühl, der Pfad führt unter Farnen entlang, über eine Brücke und endet schließlich auf einem asiatischen Dorfplatz.

Der Zoo wünscht sich Heidi-Nachwuchs

Es ist 13.29 Uhr, und Zoo-Chef Junhold setzt Heidi in ihrem Käfig auf den Boden. Die Kameraleute sind angehalten, abwechselnd in zwei Gruppen zu fotografieren und zu filmen. "Heidi soll kein Medienstar sein", erklärt Junhold. Ihr Auftritt zu Beginn des Jahres im Zusammenhang mit der Oscar-Verleihung sei eine einmalige Ausnahme gewesen und solle es auch bleiben. Jetzt gehe es darum, alles zu unternehmen, damit sich Heidi wohlfühle und sich vielleicht sogar vermehre. Deswegen wird Männchen Teddy auch zu ihr ins Gehege gesetzt. "Ob die Züchtung klappt, wissen wir natürlich nicht", sagte Junhold. Dass dies sein Wunsch ist, kann er nicht verbergen.

Nur noch wenige Meter liegen vor Heidi, hinter dem nachgebildeten Dorfplatz führt der Weg in den nachgebildeten Stollen eines nachgebildeten Vulkans. Um 13.31 Uhr hat es Heidi geschafft, Pfleger Ernst setzt sie in ihr neues, 20 Quadratmeter großes Domizil. Er öffnet das Gitter der Transportbox, Heidi schnuppert und setzt dann ihren ersten Schritt auf den Sand. Die Kamera-Auslöser klicken, Heidi benimmt sich ganz normal. Sie lauferum, fresse und verrichte ihr Geschäft, sagte Pfleger Ernst. Das sei, was Opossums gemeinhin tun. Und dann verkriecht sie sich in einem hohlen Baumstamm und dreht den Kameras den Hintern zu.

(dapd)

 

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