Aktuelle Nachrichten – International
02.04.2012
Rangun – Die Partei von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat bei der Nachwahl in Birma offenbar einen deutlichen Sieg gefeiert. Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) habe mindestens 43 der 44 Parlamentssitze erobert, um die sich beworben hatte, sagte Parteisprecher Han Than. Ein Sprecher der Wahlkommission bestätigte inoffiziell zunächst nur, dass die NLD alle sechs Wahlkreise in der Metropole Rangun gewonnen habe. Ergebnisse aus abgelegeneren Gegenden würden bis Mitte der Woche erwartet, hieß es.
Nach dem Wahlsieg Suu Kyis in ihrem eigenen Wahlkreis südlich von Rangun bekräftigte ein Berater von Präsident Thein Sein die Möglichkeit, dass die Friedensnobelpreisträgerin einen Posten im Kabinett erhalten könnte. "Alles ist möglich. Sie könnte angesichts ihrer Fähigkeiten jede verantwortungsvolle Position übernehmen", sagte Nay Zin Latt.
Suu Kyi selbst feierte am Montag mit Tausenden Anhängern ihren Wahlsieg. "Es ist nicht so sehr unser Triumph, sondern der Triumph des Volkes, das entschieden hat, sich am politischen Prozess in diesem Land zu beteiligen", sagte die Oppositionsführerin vor einer jubelnden Menge außerhalb ihrer Parteizentrale. "Wir hoffen, dass das der Anfang einer neuen Ära sein wird."
Insgesamt standen bei der Nachwahl am Sonntag 45 frei gewordene Sitze im 664 Mitglieder zählenden Parlament zur Wahl. Die vom Militär gestützte Regierung würde auch bei einer offiziellen Bestätigung des Erdrutschsieges der NLD die Kontrolle über beide Kammern behalten.
Die Leiterin der Wahlbeobachtermission der EU, Malgorzata Wasilewska, zeigte sich mit dem Ablauf der Abstimmung grundsätzlich zufrieden, wollte aber die Wahl zunächst noch nicht für glaubhaft erklären. "In den Wahllokalen, die ich besucht habe, sah ich viel fachlich gutes Verhalten und viel guten Willen, was sehr wichtig ist", sagte sie. (dapd)
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