Rangun – Die Opposition in Birma hat die von der Militärjunta genannten Bedingungen für die Aufnahme von Gesprächen abgelehnt. Vorbedingungen seien mit einem aufrichtigen Dialog nicht vereinbar, erklärte die Nationale Liga für Demokratie (NLD) am Dienstag in Rangun. Die NLD ist die Partei von Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die unter Hausarrest steht.
Die Militärjunta hat ein Treffen mit Suu Kyi vorgeschlagen, dies aber an die Voraussetzung geknüpft, dass sie sich gegen internationale Sanktionen ausspricht. Das Regime ernannte inzwischen einen Sonderbeauftragten für die Beziehungen zu Suu Kyi: Der stellvertretende Arbeitsminister Aung Kyi soll die Kontakte zu der 62-jährigen Oppositionsführerin koordinieren. Ein Ende des Hausarrestes stellte die Militärregierung jedoch nicht in Aussicht.
Juntachef General Than Shwe ist bisher erst ein einziges Mal mit Suu Kyi zusammengetroffen. Die Gespräche im Jahr 2002 wurden aber nach kurzer Zeit abgebrochen.
China bekräftigte derweil seinen Widerstand gegen UN-Sanktionen. Druck werde die Krise nicht lösen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. „Jeder Schritt des Sicherheitsrates sollte überlegt und verantwortungsvoll sein.“ China ist der wichtigste Verbündete und größte Handelspartner des südostasiatischen Staates, der von der Militärjunta in Myanmar umbenannt wurde.
Die Junta hat am 26. und 27. September friedliche Proteste von buddhistischen Mönchen und Anhängern der Demokratiebewegung gewaltsam niedergeschlagen. Nach Angaben von Dissidenten wurden bis zu 200 Menschen getötet und rund 6.000 inhaftiert. Die birmanischen Behörden gaben die Zahl der Todesopfer mit zehn an.
Die Situation in Birma hat die Tourismusindustrie des Landes empfindlich getroffen. Viele Reiseunternehmen empfahlen ihren Kunden, vorerst nicht in Birma Urlaub zu machen. Auch das Auswärtige Amt rät von nicht unbedingt erforderlichen Reisen ab. Im vergangenen Jahr besuchten einer offiziellen Statistik zufolge 263.500 Touristen das Land. Von Januar bis August dieses Jahres waren es bereits 190.000. „Es hätte ein gutes Jahr werden können“, sagte ein Sprecher der Pazifisch-Asiatischen Reisevereinigung (PATA). (AP)