Aktuelle Nachrichten – Kultur
02.05.2007
Hamburg – Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk hat am Mittwochabend in Hamburg seine Lesereise durch Deutschland begonnen. Im voll besetzen Deutschen Schauspielhaus wurde Pamuk begeistert begrüßt. Die Vorstellung seines Buches „Istanbul – Erinnerungen an eine Stadt“ sollte den 54-Jährigen ursprünglich schon im Januar nach Deutschland führen. Die Reise war jedoch nach dem Mord an dem türkisch-armenischen Journalisten und Freund Pamuks, Hrant Dink, abgesagt worden.
In Hamburg wurde Pamuk von Leibwächtern begleitet, signierte im Anschluss an die Lesung aber trotzdem geduldig die Bücher, die ihm seine Schlange stehenden Leser vorlegten. Pamuk hatte wie der getötete Hrant Dink 2005 wegen „Verleumdung des Türkentums“ in seiner Heimat vor Gericht gestanden, weil er sich offen zu dem Massenmord an den Armeniern in den Jahren 1915/16 geäußert hatte. Der Mord an Dink hatte in der Türkei eine Debatte über Meinungsfreiheit und das Verhältnis des Staates zu den Nationalisten ausgelöst.
Am Freitag soll Pamuk die Ehrendoktorwürde der Freien Universiät Berlin erhalten, mit der ihn der Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften als „Ausnahmeerscheinung der Weltliteratur“ ehren will. Weitere Auftritte Pamuks sind in Köln, Stuttgart und München geplant. (AP)
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