Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
08.11.2011
Foto: Jens Koehler/dapd Photo
Lubmin – Wenige Stunden vor der Inbetriebnahme der deutsch-russischen Ostseepipeline hat das Betreiberkonsortium Nord Stream die letzten Vorbereitungen für die Freigabe des Gasflusses nach Deutschland abgeschlossen. Am Anlandepunkt in Lubmin sei inzwischen ein Gasdruck von 80 Bar erreicht, sagte Nord-Stream-Projektleiter Henning Kothe am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd. Der erste, rund 1.224 Kilometer lange Strang sollte am Mittag mit der Öffnung eines symbolischen Absperrventils in Lubmin eingeweiht werden.
"Pro Stunde werden dann etwa eine Million Kubikmeter Gas in Lubmin ankommen", sagte Kothe. Das entspreche einer jährlichen Liefermenge von rund acht Milliarden Kubikmetern, also etwa einem Drittel der technischen Volllast. Damit könnten bereits mehr als vier Millionen europäische Haushalte versorgt werden.
Mit der schrittweisen Inbetriebnahme von insgesamt acht Hochleistungskompressoren in der russischen Verdichterstation Babajewo werde in den nächsten Wochen die volle Lieferkapazität hergestellt. Inzwischen sei bereits die gesamte Jahrestransportmenge von 27,5 Milliarden Kubikmeter an west- und südeuropäische Kunden verkauft, versicherte Kothe.
Nach seinen Angaben gehen inzwischen auch die Verlegearbeiten für den Zwillingsstrang der Ostseepipeline vor der dänischen und der schwedischen Küste gut voran. Inzwischen seien bereits 833 Kilometer Leitungsrohre für den zweiten Strang in der Ostsee vor Russland, Finnland und Deutschland verlegt worden, sagte Kothe. "Wir liegen damit leicht vor dem Zeitplan, so dass voraussichtlich Ende März kommenden Jahres die Verlegearbeiten vor der schwedischen Insel Gotland abgeschlossen sein werden."
Die Inbetriebnahme der Zwillingsröhre sei für das zweite Quartal 2012 geplant. Damit werde die Ostseepipeline dann ihre Gesamtkapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas erreichen.
(dapd)
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