Aktuelle Nachrichten – Umweltpolitik
17.09.2012
Foto: dapd
Brüssel – Die europäischen Biokraftstoff-Regeln haben laut einer neuen Studie der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam verheerende Folgen. "Hätte man das Land, das 2008 zur Herstellung von Biokraftstoffen für die EU verwendet wurde, zum Anbau von Weizen und Mais genutzt, hätte man 127 Millionen Menschen ein ganzes Jahr lang davon ernähren können", erklärte Oxfam am Montag. Die von der EU-Kommission geplante Änderung der Biosprit-Ziele gehen der Organisation nicht weit genug. Es sei nicht länger hinnehmbar, "dass wir Nahrungsmittel in unsere Benzintanks packen", so Oxfam. Die Vorgaben aus Brüssel müssten deswegen ganz abgeschafft werden.
Die EU-Klimaziele schreiben vor, dass bis 2020 im Transportsektor zehn Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen kommen. Wegen der schädlichen Folgen der Biospritproduktion soll die Quote im Oktober "spezifiziert" werden: Der Anteil des Treibstoffes, der aus Nahrungsmitteln gewonnen wird, werde auf fünf Prozent begrenzt, erklärten Energiekommissar Günther Oettinger und seine für das Klima verantwortliche Kollegin Connie Hedegaard am Montag. Die übrigen fünf Prozent sollen aus Müll oder Biomasse hergestellt werden.
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