Rom - Papst Benedikt XVI. hat zum ersten Mal seit dem Beginn seines Pontifikats im vergangenen April neue Kardinäle ernannt. Die 15 sollten am 24. März feierlich in ihr Amt eingeführt werden, teilte Benedikt am Mittwoch in Rom mit. Unter den neuen Würdenträgern aus insgesamt elf Ländern ist unter anderen der Bischof von Hongkong, Joseph Zen. Mit seiner Ernennung unterstrich der Papst sein Engagement für die Religionsfreiheit in China: Zen hat wiederholt mehr Rechte für die Katholiken dort eingefordert.
Die Ernennung Zens sei ein gutes Zeichen, sagte der Wissenschaftler James Sung. Die chinesische Regierung könne ihren Druck auf die Katholiken in Hongkong jetzt nicht weiter erhöhen, ohne Popularität einzubüßen. Der 74 Jahre alte Zen selbst erklärte, noch sei unklar, ob er weiterhin in Hongkong bleiben oder nach Rom übersiedeln solle. Er ist erst der zweite aus China stammende Kardinal.
Benedikt erklärte, die neuen Kardinäle kämen aus allen Teilen der Welt und spiegelten damit die Allseitigkeit der katholischen Kirche wider. Er erhob auch den langjährigen Privatsekretär seines Vorgängers Johannes Paul II., den Krakauer Erzbischof Stanislaw Dziwisz, in den Kardinalsstand. Berufen wurden ferner Erzbischöfe aus Venezuela, Südkorea, Frankreich, Italien, Spanien, Ghana, den Philippinen sowie aus den USA. Ein Deutscher wurde nicht berücksichtigt.
Die Zahl der Kardinäle steigt damit auf 193, von denen insgesamt 112 unter 80 Jahre alt und damit berechtigt sind, an der Wahl des nächsten Papstes teilzunehmen. Johannes Paul II. hat während seines Pontifikats insgesamt 231 Kardinäle ernannt.
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