Umwelt – Parasiten verursachen Finkensterben – DAPD
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Massensterben Parasiten verursachen Finkensterben

DAPD

22.07.2009

Über Vogeltränken und Futterstellen können sich die tödlichen Erreger ausbreiten. Hier nimmt gerade ein Buchfink ein Bad. (Re.Ko./pixelio.de)
Über Vogeltränken und Futterstellen können sich die tödlichen Erreger ausbreiten. Hier nimmt gerade ein Buchfink ein Bad. (Re.Ko./Pixelio)

Berlin – Mehrere Zehntausend Wildvögel, vor allem Grünfinken, sind in Deutschland an Parasiten verendet. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) am Dienstag unter Berufung auf Veterinäre mitteilte, sterben die Finken am Befall von Trichomonaden, einzelligen Geißeltierchen, die vor allem über Trinkwasser übertragen werden. Der NABU appellierte daher an Vogelfreunde, momentan keine Gartenvögel zu füttern und Vogeltränken vorübergehend zu schließen, damit sich die Krankheit nicht weiter verbreitet.

„Dies ist das erste infektiöse Massensterben von Wildvögeln, das weite Bereiche der Bundesrepublik betrifft“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die meist tödliche Krankheit betreffe nicht nur Grünfinken, sondern auch Buchfinken, Kernbeißer, Gimpel, teils auch Elstern, Haussperlinge, Amseln und weitere Arten. Die meisten Fälle seien in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie in Berlin registriert worden, aber auch aus dem Saarland, aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern gebe es Hinweise aus der Bevölkerung.

Als Trichomonaden-Infektionsquelle kommt neben dem direkten Kontakt der Tiere untereinander vor allem Trinkwasser an Futterstellen infrage, in dem der Erreger bis zu 24 Stunden überleben kann, erläuterte der Verband. An solchen Sammelpunkten der Vögel sei die Gefahr der Krankheitsübertragung besonders groß.

In Zusammenhang mit dem Vogelsterben kritisierte der NABU auch bundesweite Lücken in der Umweltüberwachung. So sei in vielen Fällen unklar, wer für das Monitoring von Krankheitserregern bei Wildvögeln verantwortlich sei. Einige staatliche Untersuchungsämter der Bundesländer lehnten derzeit eine klinische Untersuchung der Tiere aus Kostengründen ab. „Wir sehen hier eine erhebliche Regelungs- und Finanzierungslücke“, sagte Schleswig-Holsteins NABU-Geschäftsführer Ingo Ludwichowski. In begründeten Verdachtsfällen müsse es künftig möglich sein, auffälligen ungeklärten Krankheits- und auch Vergiftungserscheinungen in Wildtierpopulationen schnell und unbürokratisch nachzugehen.

http://www.NABU.de (AP)

 

 

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