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Eisschnellläuferin Pechstein trainiert für Comeback

DAPD

08.11.2010

Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin war im Februar 2009 wegen auffälliger Blutwerte vom internationalen Eisschnelllaufverband ISU für zwei Jahre gesperrt worden. Foto: Stefie Loos/dapd Photo
Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin war im Februar 2009 wegen auffälliger Blutwerte vom internationalen Eisschnelllaufverband ISU für zwei Jahre gesperrt worden.

Foto: Stefie Loos/dapd Photo

Berlin – Eisschnellläuferin Claudia Pechstein will in drei Monaten ihr Comeback starten. Sie werde aufs Eis zurückkehren, kündigte die fünffache Olympiasiegerin am Montag bei der Vorstellung ihrer Autobiografie "Von Gold und Blut – Mein Leben zwischen Olymp und Hölle" in Berlin an. Sie trainiere den Umständen entsprechend mit ihrem jahrelangen Trainer Joachim Franke, fügte die 38-Jährige hinzu, die sich aufgrund der psychischen Belastung nach eigenen Angaben in ärztlicher Behandlung befindet.

"Ob die Leistungen noch einmal für Medaillen reichen, muss man sehen, ich weiß nicht, wo ich derzeit stehe", sagte sie. Ihr größter Erfolg sei es, auf das Eisoval zurückzukehren.

Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin war im Februar 2009 wegen auffälliger Blutwerte vom internationalen Eisschnelllaufverband ISU für zwei Jahre gesperrt worden. "Obwohl ich unschuldig bin", beteuerte Pechstein, die seitdem mit ihren Anwälten bei Sportgerichten um die Aufhebung dieser Entscheidung kämpft, am Montag. Als wohl letzten Schritt hat sich die Sportlerin jetzt an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt. Sie hoffe, dass die dortigen Richter ihr Recht auf Unschuldsvermutung geltend machten und "ganz objektiv" ihr Verfahren betrachteten, sagte Pechstein.

Detailliert berichtet die 38-Jährige im Buch neben ihrer Karriere als Sportlerin und ihren Erfolgen über ihre Stimmungslage nach der Wettkampfsperre. "Ich wurde bejubelt, gefeiert, hofiert. Und öffentlich hingerichtet. Ich geriet in den Anti-Doping-Kampf. Ein Kampf, den ich selbst stets unterstützt hatte. Ein Kampf, der nur gegen die richtigen Gegner geführt wird. Gegen die Betrüger! So dachte ich jedenfalls. Bis zu dem Tag, an dem sich das Schwert gegen mich richtete. Mit aller Schärfe", skizziert sie in dem Buch ihre Situation nach einer fast 20-jährigen Laufbahn.

(dapd)

 

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