Medizin – Pflanzliche Entwässerungsmittel nicht falsch dosieren – Sonja Flesch-Reiss
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Der mündige Patient Pflanzliche Entwässerungsmittel nicht falsch dosieren

Sonja Flesch-Reiss

10.08.2008

Die Goldrute ist das üppige Gelb des Spätsommers. Die bis zu einem Meter hohe heimische Staude zählt zu den besten Nieren-Blasen-Kräutern. Sie ist in Nordeuropa, Nordamerika, Nordafrika und Asien zuhause und wächst auf trockenem Grasland und sonnigen Waldlichtungen. Ihre goldfarbenen Blütenrispen erscheinen erst in Spätsommer und blühen den ganzen Herbst. Die Pflanze hat einen angenehm aromatischen Geruch schmeckt aber scharf und streng. Volkstümliche Namen: Heilwundkraut, Machtheilkraut, Gülden Wundkraut, Petrusstab, Wisselnkraut, Himmelbrand, Pferdskraut, Ochsebrot. (Heike Hering/Pixelio.de)
Die Goldrute ist das üppige Gelb des Spätsommers. Die bis zu einem Meter hohe heimische Staude zählt zu den besten Nieren-Blasen-Kräutern. Sie ist in Nordeuropa, Nordamerika, Nordafrika und Asien zuhause und wächst auf trockenem Grasland und sonnigen Waldlichtungen. Ihre goldfarbenen Blütenrispen erscheinen erst in Spätsommer und blühen den ganzen Herbst. Die Pflanze hat einen angenehm aromatischen Geruch schmeckt aber scharf und streng. Volkstümliche Namen: Heilwundkraut, Machtheilkraut, Gülden Wundkraut, Petrusstab, Wisselnkraut, Himmelbrand, Pferdskraut, Ochsebrot. (Heike Hering/Pixelio)

Nach Wunsch der Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände sollten pflanzliche Entwässerungsmittel nicht zur Gewichtsreduktion oder zur Beseitigung von Ödemen eingenommen werden. Denn auch in pflanzlicher Form könnten diese Präparate dem Körper schaden, wenn sie langfristig und in großer Menge eingenommen werden.

Zu den sogenannten pflanzlichen Diuretika zählen beispielsweise Präparate mit Wacholderbeeren, Schachtelhalmkraut, Riesengoldrutenkraut oder Birkenblätter. In großen Mengen können sie mit dem verstärkten Wasserverlust auch zu Störungen im Elektrolythaushalt führen. Dadurch können auch die Wirkungen anderer Medikamente – etwa von Herzmitteln – negativ beeinflusst werden. Dies ist allerdings bei übermäßigem Gebrauch von fast allem so, sei es Kaffee, Tee oder auch bestimmte Nahrungsmittel. Ebenfalls wirken Medikamente nicht oder anders, wenn ein Mensch zu wenig Flüssigkeit aufnimmt oder über das Zusammenspiel bestimmter Medikamente mit Nahrungsmitteln nicht einsprechend aufgeklärt wird. Viele Zusammenhänge sind noch nicht einmal bekannt oder werden lange in den Bereich der Quacksallberei geschoben.

So beklagen die Apothekerverbände, dass bei einigen Entwässerungsmitteln auch mit Blutreinigung oder Entschlackung geworben  wird. Dies sei schlichtweg Quacksalberei, erklärt die Bundesvereinigung. Das Blut könne und müsse man nicht reinigen, das mache der Körper von selbst. Dass dies eine ausgesprochen umstrittenen Meinung ist, wird verschwiegen. Man könnte an dieser Stelle fragen, ob es für Apotheker von Vorteil ist, teure Medikamente über die Theke zu reichen statt zuschauen zu müssen, wie sich ihre Kunden preiswerter mit Kräutertees in Drogerieketten und Supermärkten oder gar im eigenen Garten mit dem gewünschten Kraut eindecken.

 

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