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Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen für Kinder gefordert

DAPD

23.11.2007

Berlin – Der qualvolle Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie aus Schwerin hat die Debatte über Frühwarnsysteme gegen Kindesmisshandlung und Verwahrlosung neu angeheizt. Die Vorsitzende des Bundestags-Familienausschusses, Kerstin Griese, sprach sich in der „Berliner Zeitung“ für Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen aus. „Ich plädiere ganz massiv dafür, die Vorsorgeuntersuchungen zur Pflicht zu machen“, sagte die SPD-Politikerin.

Notwendig sei eine bundesweit einheitliche gesetzliche Regelung. Zwar sei dies keine Garantie dafür, dass künftig schreckliche Fälle wie der in Schwerin verhindert würden. „Aber es ist ein Baustein für den Schutz der Kinder“, sagte Griese.

Die Union äußerte sich zu den Forderungen nach einem staatlichen Eingreifen der Zeitung zufolge zurückhaltender. Vize-Fraktionschefin Ilse Falk sagte, es könne nicht darum gehen, einen riesigen Kontrollapparat zu installieren. Vielmehr müsse konkret auf Anzeichen von Misshandlungen geachtet werden. Dafür seien neue Richtlinien notwendig.

Falk plädierte außerdem dafür, die so genannte aufsuchende Hilfe zu stärken: „Früher gab es die Gemeindeschwester, die sich regelmäßig um die Familien gekümmert hat.“ Dieses Prinzip müsse wieder forciert werden, auch wenn es zunächst für die Kommunen teurer erscheine. „Langfristig gesehen ist Prävention aber preiswerter“, betonte die CDU-Politikerin.

Die Oppositionsparteien beklagten dem Bericht zufolge vor allem ein Versagen der staatlichen Stellen. „Wenn jahrelang bei Jugendämtern und der Jugendhilfe gespart wird, braucht man sich nicht zu wundern, dass so etwas passiert“, sagte der Familienexperte der Linken, Jörn Wunderlich. Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestages, Miriam Gruß (FDP). Zugleich zeigten sich Wunderlich und Gruß ebenso wie die Grünen-Familienpolitikerin Ekin Deligöz jedoch skeptisch gegenüber zwangsweisen Vorsorgeuntersuchungen. (AP)

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