Amsterdam - Europas größter Unterhaltungselektronikkonzern Philips trennt sich von seiner Halbleitersparte, um sich künftig ganz auf das Geschäft mit Lifestyle-Produkten und Medizingeräten zu konzentrieren. Um diese Neuausrichtung auch nach außen hin deutlich sichtbar zu machen, soll das Wort «Electronics» aus dem Unternehmensnamen Royal Philips Electronics gestrichen werden, wie Konzernchef Gerard Kleisterlee am Freitag ankündigte. Die Philips-Aktie legte an der Börse Amsterdam um 2,3 Prozent zu.
Philips verkauft 80,1 Prozent seiner Anteile an der Sparte an ein Konsortium von drei Finanzinvestoren aus den USA und den Niederlanden. Die Gruppe zahlt 3,4 Milliarden Euro und übernimmt Schulden in Höhe von 4 Milliarden Euro.
Philips Semiconductors ist nach Konzernangaben ein führender Lieferant von Halbleitersystemen für mobile Kommunikationssysteme, Unterhaltungselektronik, kontaktlose Zahlungssystem und Anwendungen im Auto. Der Geschäftsbereich beschäftigt weltweit rund 37.000 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro; der Gesamtumsatz belief sich 2005 auf 30,4 Milliarden Euro.
Die Trennung von dem schwankungsanfälligen Halbleiter-Geschäft erlaube es, sich voll und ganz auf medizinische Apparate wie Defibrillatoren und Unterhaltungselektronikartikel wie MP3- und DVD-Player zu konzentrieren, sagte Kleisterlee.
Philips hatte im zweiten Quartal einen drastischen Gewinnrückgang von 69 Prozent auf 301 Millionen Euro einstecken müssen. Wesentlicher Grund für den Einbruch war der Preisverfall bei Flachbildfernsehen und die trotz WM niedriger als erwartet ausgefallene Nachfrage nach den neuen Geräten. Philips baut gemeinsam mit LG Electronics aus Südkorea Flüssigkristallfernseher. Während diese Sparte im Vorjahr noch einen Profit von 822 Millionen Euro einfuhr, fiel nun ein Verlust von 85 Millionen Euro an. Der Umsatz war um 9,7 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro gefallen. Zugewinne hatten die Bereiche Medizin, Beleuchtung und Haushalt verbucht.
(AP)
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