Gedicht des Tages
Lied vom Winde. Sausewind, Brausewind! Dort und hier! Deine Heimath sage mir! "Kindlein, wir fahrenSeit viel vielen Jahren Durch die weit weite Welt, Und möchten's erfragen, Die Antwort erjagen, Bei den Bergen, den Meeren,Bei des Himmels klingenden Heeren, Die wissen es nie. Bist du klüger als sie, Magst du es sagen. - Fort, wohlauf!Halt'...
20.05.2012
Gedicht des Tages
Süße Gottes-Trunkenheit Vorüber ist der Graus der Nacht, Gebrochen ist des Sturmes Macht. Wie weht die Morgenluft so lau! Wie glitzert licht die grüne Au! Ein jeder Bach, ein jeder Rain Lockt weiter in die Welt hinein. Ich bette mich in's weiche Moos, Ich träume in des Waldes Schoß. Rings duftet der Wachholderdorn, Vor...
18.05.2012
Gedicht des Tages
Das alte Lied Von Jugend, Frühling und Rosen
Im Frühling Soll ich Euch singen das alte Lied Von Jugend, Frühling und Rosen? Soll ich Euch schildern mit süßem Wort Das Sprießen, Knospen und Kosen? Ihr höret, sehet und fühlt es nicht, Wenn Dichter auch rührend leiern, Daß wieder einmal die Wiese grünt, Die Winterstürme nun feiern. Als Gottesfriede und Frühlingsluft Durch...
16.05.2012
Gedicht des Tages
Ein Herz laviert nicht Ich nenne keine Freundschaft heiß,Die niemals, wenn's ihr unbequem,Den Freund zu überraschen weißTrotzdem. Denn wenn sie Zeit und Mühe scheut,Ein Unverhofft zu bringen,Das einen Freund unendlich freut,Dann hat sie keine Schwingen. Den Umfang einer Wolke mißtKein Mensch. Weil sie nicht rastet,Noch ihre Freiheit je...
04.05.2012
Gedicht des Tages
Einsamer Spazierflug Nun ich wie gestorben binUnd wurde ein Engelein,Fliege ich über dein Wohnhaus hin.Häuschen klein. Die du als Witwe wieder umworbenSein magst,Da ich doch schon verstorbenBin -. Was du wohl sagst? Ob du gefaßt bist oder klagst?Oder ob dein Humor wieder steht,Du dessen eingedenk bist,Daß ein aufrichtiges GebetEin...
19.04.2012
Hier bin ich Mensch
Vom Eise befreit sind Strom und BächeDurch des Frühlings holden, belebenden Blick;Im Tale grünet Hoffnungsglück;Der alte Winter, in seiner Schwäche,Zog sich in rauhe Berge zurück.Von dorther sendet er, fliehend, nurOhnmächtige Schauer körnigen EisesIn Streifen über die grünende Flur;Aber die Sonne duldet kein Weißes,Überall regt...
08.04.2012
Gedicht des Tages
Was da in der Erde los ist im Frühling!
Im hohen Gras der Knabe schlief, Da hört' er´s unten singen, Es war, als ob die Liebste rief, Das Herz, wollt ihm zerspringen.Und über ihm ein Netze wirrt Der Blumen leises Schwanken, Durch das die Seele schmachtend irrt In lieblichen Gedanken.So süße Zauberei ist los, Und wunderbare Lieder Geh´n durch der Erde Frühlingsschoß, Die...
03.04.2012
Ostergrüße
Die linden Lüfte sind erwacht Die linden Lüfte sind erwacht,sie säuseln und weben Tag und Nacht,sie schaffen an allen Enden.O frischer Duft, o neuer Klang!Nun, armes Herz, sei nicht bang!Nun muss sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag,man weiß nicht, was noch werden mag,das Blühen will nicht enden.Es blüht das...
02.04.2012
Gedicht des Tages
Das Veilchen als Botin des Lenzes
Das erste Veilchen Als ich das erste Veilchen erblickt, Wie war ich von Farben und Duft entzückt! Die Botin des Lenzes drückt' ich voll Lust An meine schwellende, hoffende Brust. Der Lenz ist vorüber, das Veilchen ist todt; Rings steh'n viel Blumen blau und roth, Ich stehe inmitten, und sehe sie kaum, Das Veilchen erscheint mir im...
02.04.2012
Gedicht des Tages
Die Traubenhyazinthe Angenehmes Frühlingskindchen, Kleines Traubenhyazinthchen, Deiner Farb und Bildung Zier Zeiget mit Verwundrung mir Von der bildenden Natur Eine neue Schönheitsspur. An des Stengels blauer Spitzen Sieht man, wenn man billig sieht, Deiner sonderbaren Blüt Kleine blaue Kugeln sitzen, Dran, so lange sich ihr Blatt Noch nicht...
26.03.2012
Gedicht des Tages
Die ewige Sehnsucht der erdkranken Seele
Im wallenden AetherUmfließt mich DuftwogenDes wallenden Aethers,Gießt göttlichen Odem'sAnhauch und LebenIn's innerste Mark mir!Durchschau'rt jeden NervMit sonntrunkener Andacht!Laßt hinab mich tauchenIn himmlische Lichtsphär'!Umarme mich brünstigDu seliges SchweigenUnendlicher Liebe! ...Hinstirbt die Sehnsucht,Die ewige SehnsuchtDer...
23.03.2012
Gedicht des Tages
Frühlingslied Mit geheimnisvollen Düften Grüßt vom Hang der Wald mich schon, Über mir in hohen Lüften Schwebt der erste Lerchenton. In den süßen Laut versunken Wall' ich hin durchs Saatgefild, Das noch halb vom Schlummer trunken Sanft dem Licht entgegenschwillt. Welch ein Sehnen! welch ein Träumen! Ach, du möchtest vorm Verglühn Mit...
21.03.2012
Gedicht des Tages mit Fotogalerie
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Der Frühling ist die schönste Zeit! Was kann wohl schöner sein? Da grünt und blüht es weit und breit Im goldnen Sonnenschein. Am Berghang schmilzt der letzte Schnee, Das Bächlein rauscht zu Tal, Es grünt die Saat, es blinkt der See Im Frühlingssonnenstrahl. Die Lerchen singen überall, Die Amsel schlägt im Wald! Nun kommt die liebe...
14.03.2012
Gedicht des Tages
S'ist Frühling: Herz, wage es auch du!
Frühling Nun ist er endlich kommen doch In grünem Knospenschuh; "Er kam, er kam ja immer noch" Die Bäume nicken sich's zu. Sie konnten ihn all erwarten kaum, Nun treiben sie Schuß auf Schuß; Im Garten der alte Apfelbaum, Er sträubt sich, aber er muß. Wohl zögert auch das alte Herz Und atmet noch nicht frei, Es bangt und sorgt; "Es ist...
12.03.2012
Gedicht des Tages
Was Mond, Sterne und Nachtigallen sagen ...
Frühlingsnacht Über'n Garten durch die Lüfte Hört' ich Wandervögel zieh'n, Was bedeutet Frühlingsdüfte, Unten fängt's schon an zu blüh'n.Jauchzen möcht' ich, möchte weinen, Ist mir's doch, als könnt's nicht sein! Alte Wunder wieder scheinen Mit dem Mondesglanz herein. Und der Mond, die Sterne sagen's Und in Träumen rauscht's der Hain...
08.03.2012
Gedicht des Tages + Fotogalerie
Primeln stolzieren so naseweis
Frühling über's JahrDas Beet schon lockert Sich's in die Höh' Da wanken Glöckchen So weiß wie Schnee; Safran entfaltet Gewaltg'e Glut, Smaragden keimt es und keimt wie Glut. Primeln stolzieren So naseweis, Schalkhafte Veilchen Versteckt mit Fleiß; Was auch noch alles Da regt und webt, Genug, der Frühling Er wirkt und lebt. Goethe, Johann...
05.03.2012
Gedicht des Tages
Frühling lässt sein blaues Band ...
Frühling lässt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist's! Dich hab ich vernommen! Eduard Mörike ...
03.03.2012
Gedicht des Tages
Die Himmelsleiter und der Schöpfung nie begriffne Herrlichkeit
Von Ewigkeit zu Ewigkeit Der Schöpfung nie begriffne Herrlichkeit Entfacht noch stündlich den Prometheusfunken, Und doch ist ihre goldne Blüthezeit Schon längst ins Grab der Ewigkeit gesunken. Denn jene Welt der Sagenpoesie Ist nicht nur Traum, ist Wirklichkeit gewesen, Und wem das Schicksal Seherkraft verlieh, Kann das noch...
01.03.2012
Gedicht des Tages
Hoffnung Wenn schon die Illusionen bei den Menschen eine so große Macht haben, dass sie das Leben in Gang halten können – wie groß ist dann erst die Macht, die eine begründete Hoffnung hat? Deshalb ist es keine Schande, zu hoffen, grenzenlos zu hoffen! Dietrich Bonhoeffer...
24.02.2012
Fragment des Tages
Stoische Moral über den Verlust
Der Weise verliert nichts. [25] XI. Sage nie von einem Ding: ich habe es verloren; sondern: ich habe es zurückgegeben. Dein Kind ist gestorben; - es ist zurückgegeben worden. Dein Weib ist gestorben; - es ist zurückgegeben worden. Dein Landgut wurde dir genommen. - Nun also auch dieses ist nur zurückgegeben worden. - »Aber der es dir...
22.02.2012