Aids-Stiftung: Erstmals über die Hälfte der Hilfesuchenden mit Migrationshintergrund

Die Zahl der HIV-positiven Menschen mit Migrationshintergrund, die sich hilfesuchend an die Deutsche Aids-Stiftung wenden, ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

Die Zahl der HIV-positiven Menschen mit Migrationshintergrund, die sich hilfesuchend an die Deutsche Aids-Stiftung wenden, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 2016 war erstmals mehr als die Hälfte der Antragsteller nicht in Deutschland geboren, wie die Organisation am Freitag in Bonn mitteilte. Im vergangenen Jahr bewilligte die Stiftung für individuelle Hilfen an Flüchtlinge mit rund 17.500 Euro mehr als zweieinhalb Mal so viel wie im Vorjahr.

„Es ist unsere Verantwortung, HIV-positiven Menschen zu helfen, die in ihrer Not nach Deutschland gekommen sind“, erklärte Elisabeth Pott, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung. Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund hätten häufig aufgrund sprachlicher und kultureller Barrieren nur schwer Zugang zu den Angeboten des deutschen Gesundheitssystems. Sie benötigten Unterstützung bei der Suche nach Tests, Beratung und Behandlungsmöglichkeiten.

Im vergangenen Jahr wandte die Deutsche Aids-Stiftung insgesamt rund anderthalb Millionen Euro für direkte Hilfsleistungen auf. Knapp die Hälfte davon floss in zwei Projekte in Afrika. (afp)