Alice Weidel: „Deutschland befindet sich in einer Schweigespirale“

"Wenn Sie Probleme nicht ganz klar benennen, und deren Ursache analysieren, dann können Sie auch nachher nicht vernünftig politisch diese Probleme lösen, sagt Alice Weidel in einem Interview mit der "Jungen Freiheit".

Die AfD richtet sich gerade in ihren Büros im deutschen Bundestag ein. Sie ist angetreten, als „echte Oppositionspartei“, wie sie es schon seit Jahren im deutschen Parlament nicht mehr gab.

„Junge Freiheit“-Ressortleiter Christian Vollradt traf AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel in ihrem neuen Büro und sprach mit ihr darüber, welche Aufgaben sich die Alternative für ihre Amtszeit gestellt hat.

Der erste parlamentarische Antrag der AfD habe sich sogleich um die Euro-Rettung gehandelt, sagt Vollradt. Welche Bedeutung hat das Thema für die AfD, will er wissen?

Die Eurokrise sei das neue und alte Markenthema der AfD, meint Weidel. Die Krise werde immer schlimmer, werde aber zugedeckt von einer Politik des „billigen Geldes“, der Null-Zins-Politik, die ohne eine entsprechendes „Gegensteuern“ den Sparer und Rentner letztendlich enteignen wird. Deshalb sei die Kritik an der gesamtem „in ihren Augen rechtswidrigen Euro-Rettungsarchitektur“ so wichtig, sagt die ehemalige Goldman Sachs-Angestellte.

Siehe: Von Goldman Sachs an die Spitze der AfD: Wer ist Alice Weidel?

Wird die AfD auch am Thema Asylkrise weiterarbeiten?

Weidel: „Die AfD fordert sofortige Kontrollen an den deutschen Außengrenzen. Schengen ist gescheitert. Nichts ist in 30 Jahren Schengen passiert. Schengen macht ganz klar deutlich, für sichere EU-Binnengrenzen braucht es sichere EU-Außengrenzen – diese gibt es nicht. Somit ist jeder Staat, vor allem Deutschland, dazu aufgerufen, seine Außengrenzen zu kontrollieren.“

„Das Land befindet sich in einer Schweigespirale“

Für die AfD habe die konstituierende Sitzung im Parlament historische Bedeutung gehabt, denn endlich gebe es im Bundestag wieder eine Partei, die parlamentarische Oppositionsarbeit betreibe, und das sei auch ihr Auftrag, schildert Weidel den Einzug der Alternativen in den Bundestag.

Vollradt ergänzt, dass auch andere Redner bei der Sitzung betont hätten, dass es „wieder wichtig sei, Streit, der in der Gesellschaft stattfindet, und Themen, die Leute am Stammtisch bewegen, auch im Parlament zu debattieren. Es gab ein Eingeständnis, dass das in den letzten Jahren offensichtlich nicht so war.“ Er will von Weidel wissen: „Kann da die AfD schon einen gewissen Anfangs-Erfolg für sich verbuchen?“

„Die AfD wirkte vorher schon außerparlamentarisch“, so die Politikerin. „Wir haben wirklich die Themen auf das Tableau gepackt, die totgeschwiegen werden. Nehmen wir das Thema Euro-Rettungspolitik, das Thema der eskalierenden Gewaltspirale von Migranten-Kriminalität, die wir in unserem Land haben, und so geht das weiter.“

Das Land befinde sich in einer „Schweigespirale“, da hätten auch die Mainstream-Medien einen Teil dazu beigetragen, betont sie. „Denn normalerweise sind die Medien die vierte Kraft einer Demokratie – sie haben dafür zu sorgen, dass Transparenz herrscht.“

Und weiter kritisiert Weidel: „Die Dinge werden überhaupt nicht mehr beim Namen genannt, die Probleme werden nicht mehr aufgemetert, und wenn Sie Probleme nicht ganz klar benennen, und deren Ursache analysieren, dann können Sie auch nachher nicht vernünftig politisch diese Probleme lösen, und wir sind angetreten, genau das zu tun.“

Das ganze Interview mit Alice Weidel sehen Sie hier:

(mcd)

Siehe auch:

Weidel: AfD hat keine Angst vor Neuwahlen – aber Angela Merkel

AfD-Fraktionschefin Weidel strebt Regierungsbeteiligung ab 2021 an

Im Interview mit Weidel: Claus Kleber vergleicht Scharia mit katholischem Katechismus

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