Altenburg: Was geschah im rätselhaften Haus Nr. 9 – Erkenntnisse zum Tod einer Lokal-Politikerin

Viele Gerüchte rankten sich um den mysteriösen Tod einer Altenburger Lokalpolitikerin, die im verwilderten Garten des heruntergekommenen Hauses Nr. 9 am Steinweg aufgefunden wurde. Die Staatsanwaltschaft Gera klärt auf ...

Annette Fischer (62), Lokalpolitikerin aus Altenburg, wurde am Donnerstag, 10. August 2017, als vermisst gemeldet. Am darauf folgenden Samstag wurde sie von Anwohnern des Steinwegs tot im kleinen zugewucherten Garten des völlig heruntergekommenen Hauses Nr. 9 gefunden. Viele Fragen, Rätsel und Gerüchte sammelten sich um den Fall:

Ein Rückblick

Was suchte die Lokal-Politikerin der Linken in dem leerstehenden und baufälligen Haus, auf dessen Front groß „ACAB!“ (All Cops Are Bastards) steht, ein Spruch der Linksextremisten? Sie soll aus dem Fenster im OG gestürzt sein, hieß es.

Den Anwohnern der Straße ist das alte Haus nicht ganz geheuer, sie munkeln von dunklen Gestalten, die sich des Nachts dort herumtreiben. Hinter den maroden Fassaden von Haus Nummer 9, berichtete die „Leipziger Volkszeitung“ , vermute man Drogenhandel. Genaues weiß aber offenbar niemand.

An der Leiche wurden Kopfverletzungen entdeckt, die möglicherweise vom Sturz aus dem Obergeschoss des alten Hauses stammten. Die Ermittler mussten nun herausfinden, ob möglicherweise bei dem Sturz aus dem Fenster nachgeholfen wurde.

Und noch etwas: Gerüchte machten die Runde unter den Anwohnern „Am Steinweg“. Es hieß, dass außer der Politikerin eine weitere Frau nach dem Fenstersturz gefunden worden sei, so die „LVZ“. Diese soll zwischen 20 und 30 Jahren alt gewesen sein – bloß ein Gerücht?

Abschließende Erkenntnisse

Nach dem Abschluss der Ermittlungen und dem Ergebnis der zwischenzeitlich vorliegenden Obduktion konnte die Staatsanwaltschaft Gera auf Anfrage unserer Redaktion Folgendes berichten:

Es ergaben sich keinerlei Anzeichen für eine Fremdeinwirkung. Die Verletzungen und ihre Folgen lassen sich unproblematisch mit dem Sturzgeschehen in Einklang bringen.“

(Martin Zschächner, stellv. Pressesprecher, Staatsanwaltschaft Gera)

Staatsanwalt Zschächner klärte ebenfalls die Umstände des Gerüchts einer zweiten Frau auf:

Das Gerücht vom Auffinden einer weiteren Frau nach einem Fenstersturz ist in der Tat bloßes Gerücht ohne irgendeinen Bezug zur Realität. Wie dieses Gerücht entstanden ist, lässt sich nicht feststellen.“

Hinsichtlich den Berichten um „zwielichtige Gestalten“ und möglichen Drogenhandel im alten Haus sagte der Staatsanwalt:

Das betreffende Gebäude ist ein leerstehendes Abrisshaus, das allerdings kaum gegen Zutritt gesichert war, sodass sich dort faktisch jeder ‚Einlass‘ verschaffen konnte. Es gibt keine Erkenntnisse dazu, dass es sich bei dem Gebäude um einen Schwerpunkt deliktischen Verhaltens handeln könnte.“

Allerdings räumte der Staatsanwalt auch ein, dass, nachdem die „Einwirkung Dritter beim Sturz der Frau Fischer ausgeschlossen“ werden könne, aus Sicht der Ermittlungsbehörden „kein Veranlassung die weiteren Umstände des Betretens des Hauses durch Frau Fischer zu erforschen“ bestünden.

Inzwischen wurde das Haus Nr. 9 am Steinweg von den Behörden geschlossen und gegen unbefugten Zutritt gesichert, auch den von möglichen Besuchern aus der Drogenszene.

Die Aufgabe der Behörden sei „die Aufklärung konkreter Straftaten“, heißt es in der Antwort der Staatsanwaltschaft weiter. „Insofern ist darauf hinzuweisen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft nur dann und auch nur insoweit einschreiten dürfen (und müssen), als der Verdacht einer Straftat vorliegt.“

Bloße Ermittlungen „ins Blaue hinein“ seien gesetzeswidrig“, so Staatsanwalt Zschächner abschließend. Für die Behörden sind damit alle relevanten Fragen beantwortet, der Fall kann geschlossen werden.

Siehe auch:

Altenburg: Rätselhafter Tod einer Politikerin – Annette Fischer (62) nach Fenstersturz tot aufgefunden – Mysteriöses Video aufgetaucht