Attac-Sommerakademie unter dem Motto WAS?: Gegen TTIP und neuliberale Globalisierung

Die alljährliche bundesweite Sommerakademie des Attac Netzwerks findet von 5. - 9. August in Marburg statt. Diskutiert wird die Eurokrise, das Freihandelsabkommen und vieles mehr.

Hunderte Aktivisten und Interessierte treffen sich von 5. bis 9. August in Marburg um über die neuliberale Globalisierung zu diskutieren. Besprochen werden Themen wie die Eurokrise, der Freihandel, die Funktionsweise von Finanzmärkten, Klimagerechtigkeit und alternative Wirtschaftsformen.

Bei der alljährlichen bundesweiten Sommerakademie des Attac Netzwerks steht die Wachstumskritik als Jahresschwerpunkt im Mittelpunkt.
"Die kapitalistische Wirtschaft, die einen immanenten Zwang zu immer mehr Wirtschaftswachstum hat, impliziert die zunehmende Naturzerstörung einerseits und eine zunehmende soziale Ungleichheit zum Anderen", sagte Thomas Eberhardt-Köster vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis im Gespräch mit der russischen Nachrichtenplattform Sputnik
"Wir brauchen eine andere Art zu produzieren und zu konsumieren, nicht eine Produktion, die in erster Linie daran ausgerichtet ist, Profit zu erwirtschaften, sondern die, die Bedürfnisse befriedigt."
Er betonte, dass im Bereich der Pflege, der Bildung und der Kultur dringend mehr zu tun sei. "Und da geht es darum, gesellschaftlich anders zu steuern und auf eine andere Art zu wirtschaften," so der Aktivist. 
Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und der USA wird auch besprochen. Der Attac-Koordinator sieht die Gefahr, dass "deutsche Sozial- und Ökologiestandards den niedrigsten Standards in den USA angepasst werden". Dadurch würden die hohen deutschen Standards drastisch reduziert werden. 
Der TTIP-Investitionsschutz würde es Konzernen erlauben gegen die Interessen von Kommunen und Ortschaften zu klagen. Sie könnten dadurch Entscheidungen erwirken die nicht mit einer Demokratie zu vereinbaren sind, nur um ihre Interessen durchzusetzen.
Die Mitglieder des Attac-Netzwerks sehen ihre Verpflichtung darin, aufzuklären was bei TTIP geplant und verhandelt wird. Ihre Aufgabe sei es auch politischen Druck auszuüben. Der Umstand, dass sich bereits sehr viele Kommunen gegen TTIP ausgesprochen haben und die Widersprüche in der SPD zunehmen, sieht Eberhardt-Köster als Chance das Abkommen zu verbinden.

"Bei TTIP ist die Bewegung relativ breit, die von den Umweltverbindungen über Städte und Gemeinden, die sich von TTIP betroffen sehen, bis hin zu Gewerkschaften und Gruppen wie Attac reicht," sagte der Aktivist.
Die Gruppe setzt sich auch für den Ausstieg aus der Kohleproduktion und einer Umsetzung der nachhaltigen Energie ein. Sie fordern außerdem eine Regulierung der Finanzmärkte und eine Reform der Austeritätspolitik. 
Attac ist eine globalisierungskritische Nichtregierungsorganisation und zählt weltweit ca. 90.000 Mitglieder. Die Organisation engagiert sich in 50 Ländern, hauptsächlich jedoch in Europa. (so)