Bei Polizeikontrolle zufällig entdeckt: Berliner Polizei-Anwärter wegen krimineller Kontakte „in besonderem Maße geprüft“

Langsam aber sicher zerfällt die Schweige-Glocke über der Berliner Polizeiakademie. Eine Polizeikontrolle in einer Berliner Bar ergab zufällig: Ein Polizeischüler hatte offenbar gute Kontakte ins kriminelle Rockermilieu und zu einem kriminellen Clan.

Die Polizeikontrolle fand Anfang September 2017 in einer Bar statt, in der der „Patron“, ein Angehöriger des aus dem Libanon stammenden Miri-Clans vor seinen Zuhörern, die sich offenbar alle gekannt haben sollen, sprach.

Involviert in die „Veranstaltung“ waren auch Mitglieder der rockerähnlichen Gruppierung „Guerilla Nation“, die laut Staatsanwalt Martin Steltner nicht unerhebliche Straftaten im Bereich der Organisierten Kriminalität begangen haben soll, berichtet der „RBB“. Auch der „Patron“ gilt dem Bericht zufolge als Mitglied der Rocker-Gang.

Treff von Kriminellen?

Wie der „Tagesspiegel“ die Zusammensetzung des angetroffenen Personenkreises ergänzt, sollen auch „Söhne arabischer Familien, die seit Jahren durch Straftaten auffallen“ und „junge Tschetschenen, die sich als skrupellose Schläger einen Namen gemacht haben“ anwesend gewesen sein.

Bei der Überprüfung der Personen in der Bar wurde auch ein anwesender Berliner Polizeischüler (27) zufällig aufgedeckt. Auch er hatte sich lautstark über die Verhältnismäßigkeit der Polizeikontrolle beschwert, wie auch die anderen Anwesenden, anstatt deeskalierend zu wirken.

Polizei-Anwärter nur zufällig da?

Anschließend behauptete er, nur zufällig vor Ort gewesen zu sein. Doch das Bar-Personal kannte den jungen Mann sehr gut, sogar per Spitznamen, wie „RBB“-Recherchen ergaben.

Konflikte, die sich durch seine Bekanntschaft mit dem Clan-Mitglied ergeben könnten, sind nicht zu verantworten. Außerdem verstieß er gegen eine konkrete Anweisung: Polizeimitarbeiter dürfen keinen privaten Umgang mit Motorradclubs haben.“

(Polizei-Insider)

Der Polizei-Anwärter befand sich allerdings weiterhin in Ausbildung bei der Berliner Polizei.

Öffentlicher Druck

Möglicherweise durch das aktuell aufgekommene öffentliche Interesse an den Missständen in der Polizeiakademie, nahm sich jetzt die Polizeiführung des Falles an, wie am Montagabend bestätigt wurde:

Aufgrund der Tatsache, dass die Bar als Treffpunkt einer rockerähnlichen Gruppierung bekannt ist, wurde unter anderem auch die Polizeiakademie über das Antreffen des Polizeischülers benachrichtigt.“

(Thomas Neuendorf, Polizeisprecher)

Nun wird wohl doch noch gehandelt: Laut dem Sprecher werde die charakterliche Eignung des Anwärters „erneut in besonderem Maße geprüft“.

Einschränkend und relativierend sagte Neuendorf jedoch: „Die Überprüfung des Polizeischülers und weiterer Gäste in der Bar erfolgte aus gefahrenabwehrrechtlichen Erwägungen, sie wurden nicht einer Straftat verdächtigt.“

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) äußerte sich am Montag noch nicht. Vielleicht ja dann am heutigen Mittwoch, bei der Sitzung des Innenausschusses:

  • Personalmanagement bei der Polizei: Erfahrungen mit neuen Auszubildenden an der Polizeiakademie (auf Antrag der Fraktionen der CDU, der AfD und der FDP) und
  • Erste Erfahrungen mit neuen Auszubildenden an der Polizeiakademie (auf Antrag der Fraktion der FDP)

 

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