Berlin: Junge Männer bieten Jugendlichen K.O.-Joints an, um sie auszurauben – Spice, Bonzai, „Zombidrogen“ & Co.

Bereits mehrere Fälle gibt es jetzt schon in Berlin: Jungen und Mädchen, die von jungen Fremden einen Joint bekommen und nach einem Zug zusammenbrechen. Dabei haben es die Kriminellen auf die Wertgegenstände des Opfers abgesehen. Doch auch andere synthetische Drogen sind im Vormarsch. Es heißt, es seien Zombi-Drogen ...

Es seien vor allem junge Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan, die als Händler und Konsumenten gefährlicher K.O.-Joints bekannt sind.

Ein Polizist aus Berlin berichtet der „Bild“.

Man wird hilflos, infolgedessen auch wehrlos und dadurch Geld-los.“

Drogenfahnder des LKA gaben jetzt erste „schockierende“ Erkenntnisse zu Analysen der Inhaltsstoffe heraus. Dabei handele es sich um hochgiftige (!) Substanzen und ihre Mischformen:

  • 5 – F – MDMB – PINACA
  • AB 001
  • JWH 250

Die Polizei erklärte, dass es den Herstellern nur um ihren Profit geht, mögliche gesundheitliche Folgen für die Konsumenten sind ihnen egal. „Oftmals ist ihnen nicht einmal bekannt, welch gefährliche Mixtur sie produzieren“, heißt es in einem aktuellen Facebook-Post der Polizei.

Wirkungsweise:

Gewöhnlich werden „Spice“ und „Bonzai“ durch Rauchen oder aber durch Essen aufgenommen. Dabei sei „nahezu sofort mit einer Verringerung des Herzschlags und der Atmung zu rechnen“. Oft falle man nach wenigen Zügen sogar in Ohnmacht. Hinzu kämen langanhaltende Krämpfe, blaue Lippen und Schaum vor dem Mund, gefolgt von stundenlangem Erbrechen, durch das der Körper verzweifelt versucht, das Gift auszuscheiden.

Erste Hilfe im Notfall

Wer andere Menschen mit den beschriebenen Symptomen findet, sollte schnellstmöglich via Notruf (112 oder 110) Hilfe rufen. Da mit sehr heftigen Reaktionen der Betroffenen zu rechnen ist, raten wir dringend, nur im äußersten Notfall an die Person heranzutreten.“

(Polizei Berlin)

K.O.-Drogen auf dem Vormarsch

Donnerstag, 2. November, 5 Uhr morgens: Nach zwei Zügen an einem Joint bricht ein 21-Jähriger zusammen, kollabiert. Ein Unbekannter hatte dem jungen Mann angeboten, an seinem Joint zu ziehen. Der Fremde flüchtete.

Der 21-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Bundespolizei laut „Berliner Morgenpost“ berichtete. Die Behörden bitten um Hinweise an die Inspektion Berlin-Ostbahnhof unter Telefon 030 / 2977790.

Ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eingeleitet.

Samstag, 28. Oktober, 4.30 Uhr morgens: Zwei Mädchen (17, 18) bekommen an einer Imbissbude auf der Warschauer Brücke in Friedrichshain einen Joint geschenkt. Sie zogen einmal und brachen bewusstlos zusammen.

Danach versuchten die Gangster die Mädchen auszurauben, durchsuchten sie. Jedoch kamen Augenzeugen hinzu. Die Unbekannten flüchteten. Die Mädchen wurden in ein Krankenhaus eingeliefert, befinden sich außer Lebensgefahr, schilderte die „Morgenpost“.

Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige vorläufig fest. Gegen einen 19-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. Er hatte den angerauchten Joint bei sich.

Er sitzt jetzt in der Jugendarrestanstalt.“

(Polizeisprecherin)

Donnerstag, 12. Oktober, 22.45 Uhr: Nahe dem S-Bahnhof Warschauer Straße brechen zwei 18-Jährige bewusstlos zusammen, nachdem sie an einem Joint gezogen hatten, den ihnen zwei fremde Männer gegeben hatten, wie die „Berliner Woche“ meldete.

Die Polizei nimmt einen 25-Jährigen fest, findet Drogensubstanzen Die Anzeige lautet auf gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt. Auch die „Bild“ berichtete.

Drei Wochen zuvor: Drei Mädchen brechen zusammen, nachdem ihnen ein Joint angeboten wurde. Die Täter sollen drei junge Araber gewesen sein. Ein Verkäufer einer Würstchenbude am Eingang des RAW-Geländes bestätigte der „B.Z.“:

Ich habe schon vor drei Wochen den Krankenwagen gerufen.“

(Micha, 39, Augenzeuge)

Kurz darauf hätten die gleichen Täter es mit einem älteren Araber genauso gemacht. Nachdem er zusammengebrochen war, raubten sie ihm sein Handy.

Currywurst-Verkäufer kennt die Typen vom Sehen, fragt sie, was da in den Joints gewesen sei: „Spice“, antworten die jungen Ganoven.

Was steckt in den K.O.-Joints?

Die gefährlichen Geschenke der jungen Männer haben es in sich.

Ein Zug oder zwei, man fällt um, wird ausgeraubt oder anderes. Das ursprünglich kanadische Lifestyle-Magazin „Vice“ sprach mit Dirk Grimm vom Drogeninfozentrum „Mindzone“. Dieser vermutet eine neue Wirksubstanz hinter den K.O.-Joints: CUMYL-PeGaCLONE, ein weiteres synthetisches Cannabinoid.

Die Konsumenten spielen Versuchskaninchen für die Hersteller.“

(Dirk Grimm, Drogeninfozentrum „Mindzone“)

Laut Grimm könnten bereits 15 Milligramm Wirkstoff für einen Krampfanfall ausreichen, was etwa zwei Messerspitzen entspräche. Auf der Straße hätten Konsumenten „keine Chance“, einen Synthetik-Joint von einem normalen zu unterscheiden.

Der Stoff CUMYL-PeGaCLONE wurde in der 48. Sitzung des Sachverständigenausschusses für Betäubungsmittel am 8. Mai 2017 in die Anlage II zu § 1 Abs. 1 BtMG aufgenommen, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mitteilte.

2016: 98 Legal High-Tote

Im Mai wurden in Berlin die offiziellen Zahlen zur Rauschgiftlage durch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und den Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, vorgestellt.

Während 2015 „nur“ 39 Todesfälle durch sogenannte Legal Highs zu beklagen waren, stieg die Zahl im Folgejahr um mehr als das Doppelte auf 98 an.

Rauschgifthandel im Internet nimmt immer weiter zu.“

(Holger Münch, BKA-Präsident)

Auch deswegen wurde Ende 2016 das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) eingeführt.

Spice, Bonzai & Co – künstliches Cannabis

Bei „Spice“ handelt es sich um künstliche Cannabnoide auf Trägersubstanzen, welche die Wirkung von natürlichem Marihuana imitieren sollen. Doch die Wirkung ist sehr viel stärker und kann laut „B.Z.“ zu Panikattacken und Ohnmacht führen. Es gab offenbar sogar schon tödlich verlaufene Fälle von Spice-Missbrauch.

Zudem variiert die im Internet kursierende Droge in ihrer Zusammensetzung stark. Die Hersteller verändern ständig die Rezeptur, versuchen das seit 2009 bestehende Handelsverbot zu umgehen.

Dem Konsumenten wird vorgegaukelt, dass es sich um Naturprodukte handelt, die unter Namen wie Lava Red, Bonzai, Jamaican Gold oder Maya offiziell als „Räuchermischung zur Raumluftaromatisierung“ (sog. „Fake-Weed“) vertrieben werden und Inhaltsstoffe wie blaue Lotusblume und sibirischen Löwenschwanz beinhaltet, berichtet die Drogen-Infoseite „Mindzone“.

In Internet- und Headshops werden die Produkte als vermeintlich legal und gesundheitlich unbedenklich angepriesen. Jedoch ist in den seltensten Fällen in den bunten Päckchen tatsächlich das drin, was darauf steht.“

(„Mindzone“)

Die Infoseite warnt auch, dass es im Zusammenhang mit dem synthetischen Cannabinoid MDMB-CHMICA europaweit bereits zu Todesfällen gekommen sei.

Ein weiterer Name für „Spice“ ist „Bonzai“. Ein Berliner Polizist sagte der „Bild“ gegenüber, dass es immer mehr „Bonzai“-Kunden am Alexanderplatz gebe, auch weil es billiger sei, als Cannabis: „Ein Tütchen gibt es für ein Viertel des Cannabis-Preises und reicht für vier bis fünf Joints“, sagte der Polizeibeamte und erwähnte noch, dass es mittlerweile auch eine Schnupftabak-Variante gebe.

Bonzai ist ein künstliches Cannabinoid. Es ist als Legal High eingestuft und wird in Form von Räucher- oder Kräutermischungen angeboten.“

(Polizei)

Dabei werden chemische Substanzen auf Trägern wie Kräutern oder Tee, aber auch auf normalen Tabak aufgetragen.

Alles sieht ganz „natürlich“ aus, ist es aber nicht.

Die hochgiftigen Chemikalien werden in die natürlichen Kräuter-Mischungen eingearbeitet, „mit der Hand oder in Betonmischern zusammengepanscht“, so die Polizei Berlin.

„Cloud9“ – die Zombi-Droge

„Bild“ berichtete noch von einer weiteren künstlichen Droge, die „Cloud9“ genannt wird. Dabei soll es sich um eine sogenannte Zombi-Droge handeln, die extrem aggressiv macht.

Auch die Berliner Polizei machte laut dem Blatt bereits Erfahrungen mit der Zombi-Droge: „Kürzlich mussten vier Kollegen mit einer Dame ringen, die kaum 1,60 Meter groß und höchstens 50 Kilogramm schwer war“.

Wie das Gesundheitsportal „Lifeline“ aktuell von der künstlichen Droge, die mit Crystal Meth und Ecstasy verwandt ist, berichtet, ist die Droge auch unter den Namen Flex, Flakka, Cannibal, Monkey Dust, Magic, Super Coke, Peeve oder MTV bekannt. Sie werden u.a. unter dem Oberbegriff „Badesalz“ verkauft, um die gesetzlichen Schranken zu umgehen.

Das psychoaktive MDPV habe hohes Suchtpotenzial und der Konsument brauche immer höhere Dosen. Bereits ein einmaliger Missbrauch könne monatelange psychische Folgen mit sich bringen. Zudem sei es ein starkes Nervengift, welches nicht nur zu chronischen Angstzuständen, Halluzinationen und Schizophrenie führe, sondern auch zu Nervenschäden.

Oft werden auch bekannte Drogen wie Ecstasy oder Speed mit anderen Stoffen im Drogenlabor gemischt. Zusammensetzung und Wirkungsweise sind unabsehbar. Diesbezüglich gab es schon mehrmals blutige Vorfälle, da sich psychotische Zustände in aggressives Verhalten verwandelten und in einem Horrortrip gipfelten.

US-Medien hätten bereits 2012 davon berichtet. Im Umlauf soll der Stoff wohl schon seit 2008 sein. Mehrere Fälle sollen bekannt sein, in denen Menschen von „Cloud9“-Konsumenten angegriffen und gebissen worden sein sollen. Der „Kölner Express“ berichtete damals von „grausigen Kannibalismus-Attacken in Miami“.

Ende Mai 2012 habe die Polizei dort einen Mann erschossen, der nackt an einer Schnellstraße einem Obdachlosen das Gesicht zerfleischte. Erst nach einem halben Dutzend Schüsse ließ der Angreifer von seinem Opfer ab. Er starb später im Krankenhaus. Das Opfer wurde schwer verletzt.

In einem weiteren „Cloud Nine“-Fall ermordete ein Student der Morgan State Uni in Baltimore seinen Mitbewohner unter dem Drogeneinfluss, fraß Teile seines Gehirns und des Herzens.

2014 gab es mehrere Fälle auf Mallorca und Ibiza. Die Polizei berichtete von Drogenkonsumenten, die Touristen am Strand verfolgten und sie beißen wollten. Sie hätten sich extrem gewalttätig benommen.

 

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