Berliner U-Bahn-Schläger: „Starke“ Männer stellen sich mit ihren Eltern der Polizei – Obdachlosen brutal zusammengeschlagen

Drei jugendliche Schläger, die einen Obdachlosen am U-Bahnhof Mehringdamm brutal zusammengeschlagen und gegen den Kopf getreten haben, stellten sich nun aufgrund des Fahndungsdrucks der Polizei. Sie erschienen mit ihren Eltern auf dem Revier. Der vierte Junge, der passiv zuschaute, war der Polizei bereits bekannt. 

Nach einer öffentlichen Foto-Fahndung hat die Berliner Polizei jetzt die vier jugendlichen Schläger beisammen, die einen Obdachlosen am U-Bahnhof Mehringdamm brutal zusammengeschlagen hatten. (Siehe: Obdachlosen brutal verprügelt: Berliner Polizei sucht mit Überwachungsbildern nach U-Bahn-Schlägern)

17-jährige Schläger stellen sich

Am Dienstag seien drei 17-jährige Tatverdächtige in Begleitung ihrer Eltern und Rechtsanwälte bei der zuständigen Polizeidirektion im Stadtteil Kreuzberg erschienen, teilte die Polizei mit. Der vierte Junge war der Polizei bereits bekannt.

Die Ermittler hatten fünf Tage zuvor die Überwachungsbilder von dem brutalen Übergriff veröffentlicht und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Durch die Freigabe der Bilder war der Vorfall vom Abend des 14. Mai erst öffentlich bekannt geworden.

Provokateur vorausgeschickt

Einer der Jungen hatte das 32-Jährige Opfer demnach erst provoziert und ihm dann mit Anlauf ins Gesicht getreten. Zwei weitere Jugendliche traten und schlugen ebenfalls auf den obdachlosen Mann ein.

Der Vierte hielt sich zurück, unternahm aber auch nichts, um seine Begleiter aufzuhalten. Erst nach Eingreifen einer Zeugin ließen die Jugendlichen von ihrem Opfer ab und verschwanden.

Berliner U-Bahnserie reißt nicht ab

Der Vorfall reiht sich ein in mehrere gewalttätige Übergriffe auf Berliner U-Bahnhöfen, die durch veröffentlichte Überwachungsaufnahmen bundesweit für Empörung gesorgt haben.

Anfang Juli wurde ein 28-Jähriger zu fast drei Jahren Haft verurteilt, nachdem er im vergangenen Herbst eine junge Frau eine Neuköllner U-Bahntreppe hinunter getreten hatte.

Mitte Juni war ein Prozess gegen sieben jugendliche Flüchtlinge zu Ende gegangen, die in der Weihnachtsnacht 2016 die Kopfunterlage eines schlafenden Obdachlosen angezündet hatten. Der Haupttäter wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. (afp/sm)