Bochum: Irakischer Flüchtling (31) würgte chinesische Studentinnen mit einem „Werkzeug“ und missbrauchte sie

Gestern wurde ein 31-jähriger Flüchtling aus dem Irak in Bochum festgenommen. In einer Pressekonferenz berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft Einzelheiten ihrer Ermittlungen. Demnach lebt der Tatverdächtige seit Ende 2015 mit Frau und zwei Kindern in einer Flüchtlingsunterkunft in Deutschland. Im August und im November überfiel er die zwei chinesischen Studentinnen in der Nähe der Bochumer Universität. Im zweiten Fall sorgte die Tat für internationale Aufmerksamkeit, als sich das Opfer im chinesischen Social Media mitteilte und sogar das chinesische Konsulat eine Sicherheitswarnung herausgab.

Nach dem Fahndungserfolg der Kollegen im Freiburger Mordfall, hier wurde ein 17-jähriger Afghane als Mörder der Medizinstudentin Maria Ladenburger (19) ermittelt, konnte am Montag auch die Bochumer Polizei vermelden: Wir haben ihn! Ein festgenommener Asylbewerber (31) aus dem Irak wird dringend tatverdächtigt, zwei chinesische Studentinnen im Uni-Viertel von Bochum überfallen und vergewaltigt zu haben.

Gegen den 31-jährigen Flüchtling wurde Haftbefehl erlassen wegen:

  • Fall 1, 06. August 2016, chinesische Studentin (21): versuchter Mord, versuchte Vergewaltigung in besonders schwerem Fall, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung
  • Fall 2, 16. November 2016, chinesische Studentin (27): vollendete Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung und Raub

Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen nun die Möglichkeit weiterer vom Täter begangener Straftaten.

Ausschnitt Pressekonferenz (2:25 min)

Pressekonferenz Bochum, 06. Dezember 2016

Der Leiter der Mordkommission, Roland Wefelscheidt, bedauert, dass die Opfer diese Taten in Bochum erleben mussten, bittet aber um Verständnis, dass er bei der Darstellung „möglichst wenig“ davon erzählen werde, was die Studentinnen erleiden mussten.

Hier die Pressekonferenz im Video (22:50 min):

 

Fall 1 vom 06. August 2016, 19.15 Uhr: Der Täter lauerte der jungen chinesischen Studentin (21) auf einem Weg beim Königsbuscher Wäldchen auf, griff sie von hinten an und zerrte sie 15 Meter von der Straße weg in ein Gebüsch. Dort wendete er „massive Gewalt gegen sein Opfer an“, gegen den Hals- und Kopfbereich, wobei er das Opfer „nicht unerheblich“ verletzte. Er versuchte mehrfach den Geschlechtsverkehr auszuüben. Am Tatort wurden umfangreiche Spuren gesichert und DNA festgestellt. Zunächst waren die Spuren niemandem aus der Datenbank zuzuordnen. Auch die Phantombild-Fahndung erbrachte mit fünf Hinweisen aus der Bevölkerung kaum etwas.

Fall 2 vom 16. November 2016, 16.45 Uhr: In diesem Fall wurde an der Bochumer Max-Imdahl-Straße eine chinesische Studentin (27) vergewaltigt. Die junge Frau wurde auf dem rund fünfzehnminütigen Heimweg von der Universität zur Studentenwohnung vom Täter abgefangen. Er zerrte sie in einen kleinen Waldbereich, übt Gewalt gegen den Hals aus, wodurch er sein Opfer in Todesangst versetzte.

Im Gebüsch kam es zu einer vollendeten Sexualstraftat. Wegen der erheblichen Todesangst ließ die Frau alle weiteren Dinge über sich ergehen.“

(Behördensprecher)

Auch in diesem Fall wurde eine männliche Täter-DNA-Spur ermittelt und es stellte sich heraus, dass es dieselbe DNA-Spur wie im ersten Fall war. Auch diesmal wurde eine Phantombild-Fahndung gestartet. Im Gegensatz zum ersten Fall im August wurden diesmal erhebliche 110 Hinweise aus der Bevölkerung gegeben.

Hinweis Nr. 96 führt zum Ziel

Der Lebensgefährte des 27-jährigen Opfers, ebenfalls Student, bemerkte vergangenen Donnerstag auf seinem täglichen Weg zwischen Uni und Studentenwohnheim tagsüber eine männliche Person in einem Gebüsch im Tatortbereich und fotografiert diese aus naher Distanz, worauf der Fotografierte flüchtete. Die Fotos stellt er der Polizei zur Verfügung, die dann Hinweis Nr. 96 nachging.

Zum Umstand des Fotos befragt, antwortete Wefelscheidt, dass es durchaus möglich gewesen sein könnte, dass der Täter dort im Gebüsch bereits auf sein nächstes Opfer gewartet hatte.

Die Spur der Täterbeschreibung des Opfers und das Foto führten die Ermittler in eine nahe Unterkunft für Flüchtlinge, wo ihnen „sofort der Name und Identität des Mannes preisgegeben“ wurden. Am Montagmorgen wurden dem Verdächtigen Speichelproben entnommen und sofort in der Rechtsmedizin in Essen untersucht. Mittags stand das Ergebnis fest: Es ist der gesuchte Mann in beiden Kriminalfällen. Gegen 14 Uhr wurde der Mann festgenommen.

Täter würgte Frauen mit einem „Werkzeug“

Auf eine Frage wollte Mordkommissionsleiter Wefelscheidt nicht antworten: War der Mann mit irgendetwas bewaffnet, als er die massive Gewalt gegen den Hals der Frauen ausübte? An dieser Stelle wirft Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann ein, dass ein „gefährliches Werkzeug Verwendung gefunden hat“.

Die Polizei hatte am Montag, 5. Dezember Kontakt zu den beiden Opfern, im ersten Fall in schriftlicher Form. Die beiden chinesischen Studentinnen gehe es körperlich gut und sie seien gefasst, die psychische Wirkung sei aber deutlich zu spüren.

„Wir haben uns Gedanken gemacht, warum wir hier zwei chinesische Opfer haben“, so der Polizeibeamte, doch da der Täter zur Tat schweigt, könnten auch noch keine Auskünfte darüber gegeben werden.

Der 31-jährige Täter aus dem Irak hält sich seit Dezember 2015 mit seiner Frau und zwei Kindern in Deutschland auf. Beide Tatorte waren nur rund 1,5 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.

DNA-Probe überführt Täter

Laut „Bild“ konnten die DNA-Spuren von den Tatorten den Täter überführen. Dem Blatt zufolge handelt es sich um einen 31-jährigen Asylbewerber aus dem Irak, der in einer Flüchtlingsunterkunft lebt.

Wie die „Bild“ berichtet, wurde die 21-jährige, im August vergewaltigte Studentin bei der Tat so stark verletzt, dass die Polizei eine Mordkommission einsetzte. Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann sagte der „Bild“ nach dem zweiten Vergewaltigungsfall:

Wir können nicht ausschließen, dass der Täter sein Opfer töten wollte.“

(Oberstaatsanwalt Bachmann)

An der Uni sorgte die Nachricht von der Verhaftung des „Uni-Phantoms“ jetzt für Erleichterung:

Wir hatten über Social Media und durch die Fachschaften Studentinnen gewarnt. Unser Sicherheitsdienst bietet Hilfe, zum Beispiel abends durch Begleitungen zum Auto.“

(Uni-Sprecher)

Vergewaltigungsfall mit internationaler Aufmerksamkeit

Nach der Vergewaltigung einer 21-jährigen chinesischen Studentin im August 2016, fiel im November eine zweite Chinesin dem 31-jährigen Iraker zum Opfer, diesmal mit internationaler Aufmerksamkeit. Das zweite Opfer (27), beschrieb dann im Internet die Umstände der Tat, die ein großes Thema im chinesischsprachigen Netz wurde. Sogar Chinas großes Nachrichtenportal Sohu berichtete. (Hier EPOCH TIMES-Bericht auf chinesisch.)

Schließlich bestätigte das chinesische Generalkonsulat in Düsseldorf am 18. November den Vorfall in einer öffentlichen Mitteilung und riet:

Alle chinesischen Bürger in Deutschland sollten auf ihre Sicherheit achten.“

(Chinesisches Konsulat Düsseldorf)

Im ersten Fall wurden Hintergründe der Tat und die Herkunft des Opfers nicht bekannt gegeben. Erst durch den zweiten Fall wurde bekannt, dass es sich in beiden Fällen um chinesische Studentinnen gehandelt hatte. Am 22. November berichtete die „Epoch Times“ aufgrund der wenigen vorhandenen Informationen über den ersten Fall noch in diesem Zusammenhang:

„Auf dem Heimweg von der U-Bahn-Haltestelle U35 ‚Hustadt‘ über die Lise-Meitner-Allee, Konrad-Zuse-Straße und ‚Auf dem Kalwes‘ ist eine junge Frau (21) in Höhe des dortigen Königsbuscher Wäldchens von einem Unbekannten angegriffen und verletzt worden. Die Zeitung der ‚Westen‘ dazu: ‚Es handelt sich um ein ‚Sexualdelikt‘, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag in einer knappen Mitteilung. Nachfragen werden am Montag nicht beantwortet.‘ Auch in diesem Fall handelte es sich um eine Studentin, die in Uni-Nähe überfallen wurde.“

Siehe auch:

DNA-Test bestätigt: Bochumer Uni-Vergewaltigungen vom selben Täter begangen

Phantomfahndung: Chinesische Studentin (27) vergewaltigt – Bochumer Polizei jagt Täter – Konsulat ermahnt Chinesen in Deutschland auf Sicherheit zu achten