Bombe in Kita: Essener Tempel-Bomber plante in Haft neuen Terror

Ein Täter des Bomben-Anschlags auf einen Essener Sikhtempel plante im Gefängnis schon die nächste Bluttat: Einen Anschlag auf eine Kita. Zuvor wollte er Kinder mit vergiftetem Eis töten.

Mohammed Ö. (17), einer der Rohrbomben-Attentäter von Essen, schmiedete Terrorpläne für seine Zeit nach der Jugendhaft. Er wollte vergiftetes Eis an Kinder verkaufen und sich danach samt Eiswagen in einem Kindergarten in die Luft  sprengen. Diese Details stammen aus einem Brief, den er dem Haupttäter der Bombenleger-Clique, Yusuf T. (17), im Gefängnis zuspielen wollte. Doch der Brief mit dem Terrorplan wurde von Justizwachmeistern gefunden. Dies berichtet die „Bild-Zeitung“.

Zwei Jahre Haft sollte Mohammed Ö. wegen des Bombenanschlags auf den Essener Sikh-Tempel absitzen. Dabei spielte er beim Anschlag der 12-köpfigen jugendlichen Salafisten-Gruppe nicht die wichtigste Rolle. Im Gegensatz zu den Haupttätern des Anschlags in Essen, war Mohammed Ö. lediglich bei zwei Probesprengungen dabei. Sein Anwalt Bernd Kachur wollte deshalb in Berufung gehen. „Daraus wird nun aber vermutlich nichts“, so Kachur zur “Bild-Zeitung”.  Ö. wird nun erneut der Prozess gemacht – wegen der Kindergarten-Anschlagspläne.

In dem Brief an den Anführer der Salafisten-Gruppe Yusuf T. beschreibt der radikale Islamist auf zwei DIN-A4-Seiten, was er vorhatte: „Ich arbeite als Eismann mit meinem Eiswagen und verkaufe Eis an viele Kinder. Dürfte ich nach Scharia das Eis mit Arsen oder Warfarin [Blutverdünner, Anm.d. Red.] würzen oder besser Strychnin, um damit Kinder zu töten?“, fragte Ö. seinen Boss.

Er wollte sich in Kita in die Luft sprengen

Doch damit nicht genug: Ö. überlegte, sich in einer Kita in die Luft zu sprengen. Im Brief heißt es laut „Bild“: „Anschließend mit dem Eiswagen eine Istis hadi Amaliya [Selbstmordattentat, Anm. d. Red.] in einem Kindergarten machen?“

Ein weiteres Detail aus seinem Brief ist die Frage, ob es erlaubt sei, „die Mädchen der Gegner des Propheten Mohammed zu vergewaltigen?“. Schließlich fordert Mohammed Ö. seinen Anführer Yusuf T. auf, er solle sich ein Handy besorgen. So könnten sie telefonieren und schon jetzt für die Zeit nach der Haft planen. Er gab ihm auch Namen und Telefonnummern von potentiellen Terror-Helfern in Gelsenkirchen.

Anführer und Haupttäter Yusuf T. will aussteigen

Während der Anwalt von Ö. sich gegenüber der Bild-Zeitung nicht äußerte, distanziert sich der Verteidiger von Yusuf T.: Sein Mandant sei “von der Haft stark beeindruckt” und habe sich “von der Salafistenszene losgesagt”. Er wolle nichts mehr mit der Salafisten-Szene zu tun haben, und wolle „deshalb vor Gericht umfassend aussagen“.