Bonn: Vergewaltiger (31) war abgelehnter Asylbewerber mit Abschiebe-Stopp – DNA-Test identifiziert Mann aus Ghana

Nach fast einer Woche intensiver Fahndungen wurde der Tatverdächtige am Rheinufer von Fußgängern gesichtet. Die alarmierte Polizei nahm den 31-jährigen Mann aus Ghana fest. Jetzt bestätigte der DNA-Vergleich vom Tatort den Anfangsverdacht gegen den abgelehnten Asylbewerber. Dieser hatte seinen Abschiebe-Bescheid bereits in der Tasche.

Am Samstagmorgen verhaftete die Polizei Bonn den brutalen Sex-Gangster, der ein nächtlich zeltendes Studentenpärchen überfallen und die junge Frau unter Waffengewalt vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt hatte.

Täter reiste illegal nach Deutschland ein

Am 24. Januar reiste der Afrikaner in Italien ein, wurde dort aber bereits am 7. Februar als Asylbewerber abgelehnt. Daraufhin reiste der 31-Jährige illegal in Deutschland ein, wurde in Kassel verhaftet. Aus der Erstaufnahme Dortmund wurde er am 3. März in die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Sankt Augustin gebracht, recherchierte der „Kölner Express“ die letzten Stationen des Vergewaltigers.

Zum Zeitpunkt des Verbrechens hatte der abgelehnte Asylbewerber bereits seit zehn Tagen seinen Abschiebe-Bescheid in der Tasche. Die zuständige Bonner Bezirksregierung erklärt die rechtliche Situation:

Am 23. März bekam er den Bescheid, am 24. März hat er dagegen geklagt.“

(Vanessa Nolte, Behördensprecherin)

Dadurch kam das Verfahren zum Stillstand, die Abschiebung wurde gestoppt.

Mit katastrophalen Folgen für eine junge Studentin, vergewaltigt von einem Mann, der eigentlich nicht mehr im Land hätte sein, sogar nie hätte nach Deutschland einreisen dürfen.

DNA-Test positiv

Der 31-jährige Mann aus Ghana wurde jetzt anhand der Spermaspuren und weiterer DNA vom Tatort als Täter identifiziert und am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl wegen Vergewaltigung erließ und die Unterbringung in der JVA Köln anordnete.

Im Zuge der weitergehenden Ermittlungen stellten die Wissenschaftler des Landeskriminalamtes NRW eine Übereinstimmung der gesicherten Spuren mit dem DNA-Bereich des Beschuldigten fest.“

(Polizei und Staatsanwaltschaft Bonn)

Bereits am Samstag war sich die Polizei sicher, den Gesuchten erwischt zu haben.

Wir sind optimistisch, dass wir den Richtigen haben.“

(Robert Scholten, Polizeisprecher)

Die Bevölkerung zeigte großes Interesse an der Aufklärung des Verbrechens. Insgesamt waren über 220 Hinweise eingegangen.

Entdeckt: Samstagmorgens am Rheinufer

Fußgänger mit Hunden hatten den Verdächtigen schließlich am Samstagmorgen gegen 8 Uhr am Beueler Rheinufer im Bereich des Von-Hobe-Damms in Schwarzrheindorf bemerkt. Die Ähnlichkeit zu dem Phantombild des Gesuchten veranlasste sie, die Polizei zu informieren.

Diese rückte sofort mit mehreren Streifenwagen an. Dabei stand die Polizei immer in Kontakt mit den Augenzeugen. Der Verdächtige hatte auch einen Rucksack dabei, wie in der Fahndung beschrieben.

Als der Afrikaner die Polizisten kommen sah, warf er seinen Rucksack weg und versuchte zu flüchten. Kurze Zeit später konnten die Beamten den Mann in der Rheinaue in Höhe der Werdstraße festnehmen. Auch der Rucksack wurde sichergestellt, berichtet der „Bonner Generalanzeiger“.

Laut Polizei gibt es Übereinstimmungen mit den Personenbeschreibungsmerkmalen und dem Phantombild. Die Ermittlungsgruppe unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Michael Bornemann übernahm die weiteren Überprüfungen.

Der Tatverdächtige soll am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Verschwunden in der Wildnis

Bereits kurz nach der Tat wurde intensiv nach dem Flüchtigen gesucht – vergebens.

Auch nach mehreren Tagen gibt es keine Spur von dem Täter. Offenbar handelt es sich bei dem Mann nicht um einen Großstadt-Ganoven. Vielleicht ist der Afrikaner von seiner Herkunft her ein Spezialist für das Überleben in freier Natur. Auch die Hunde konnten ihn nicht in der natürlichen Umgebung der Siegaue finden …

Tatwaffe gefunden?

Offenbar fand die Polizei bei der Suchaktion im Umfeld des Tatorts die Waffe. In etwa 60 Meter Entfernung wurde im tiefen Gras eine ca. 50 Zentimeter lange gebogene Astsäge gefunden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei der aufgefundenen Säge um die mutmaßliche Tatwaffe handelt und stellten diese zur weiteren kriminaltechnischen Untersuchung sicher.“

(Pressemeldung der Polizei)

Diese wurde in den späten Abendstunden des 1. April zusammen mit vier Decken und einem Seesack sowie einem Rucksack im Bereich der Bonner Nordbrücke einem 22-jährigen jungen Mann gestohlen. Unterhalb der Brücke in der Siegau fand zu diesem Zeitpunkt eine Grillparty statt.

Möglicherweise hat der Täter den abgebildeten Seesack und den Rucksack – Modell Deuter „Giga Office Pro“, schwarz und grau, mit kleinen Reflektoren und zwei Flaschenhalterungen an der Seite Gummizug – noch bei sich.

220 Hinweise – keine heiße Spur

Zwei überprüfte Verdächtige konnten anhand der DNA-Proben wieder laufen gelassen werden. Die Polizei hält angesichts der Schwere der Tat den aktuell hohen Fahndungsdruck aufrecht: “ Wir zielen damit auch auf das Umfeld des Täters ab, auch wenn es noch so klein ist.“ Die Ermittler hoffen auf einen Tipp von Freunden oder Bekannten des Täters, so der „Kölner Stadtanzeiger“.

Zuletzt gab es etwa 220 Hinweise, teils aus ganz Deutschland. Eine heiße Spur war jedoch nicht dabei.

Die Suche sei auch deshalb nicht einfach, weil der Überfall in der Nacht geschah. Auch sei der Bereich der Siegaue zwischen Troisdorf und Bonn weitläufig. Zur Tatzeit war er zudem menschenleer. „Das macht die Sache schwierig“, so Robert Scholten, Bonner Polizeisprecher, gegenüber der „Rheinischen Post“.

Inzwischen wurde das Ermittlerteam auf zehn Beamte aufgestockt, um den zahlreichen Hinweisen nachzugehen. Derzeit konzentrierten sich die Ermittlungen auf den Großraum Bonn.

Auf Beutezug in der Nacht

Wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt, fand eine Fete statt. Die jungen Leute hatten den Afrikaner offenbar zuvor vorbeischleichen gesehen. Dies ergaben Ermittlungen.

Der Täter schlitzte mit einer Machete die Zeltwand auf und fuchtelte äußerst bedrohlich vor dem geschockten Studenten-Pärchen herum. Dabei sei er so brutal aufgetreten, dass das Pärchen Todesängste ausstand, erläuterte Polizeisprecher Robert Scholten die Situation gegenüber der „Bild“.

Wie die Polizei mitteilte, forderte der Afrikaner zunächst Bargeld. Dann wollte er das Mädchen:

Von einem Raubdelikt schlug das Ganze dann aber um, in deren Folge die junge Frau Opfer einer Vergewaltigung wurde.“

(Polizei)

Vor den Augen ihres entsetzten Freundes vergewaltigte er sie vor dem Zelt. Dabei drohte er alle umzubringen, wenn der Freund etwas mache. „Beide Opfer waren in Todesangst“, so Polizeisprecher Robert Scholten. Noch während der grausamen Tat rief der junge Mann mit dem Handy leise flüsternd die Polizei, so „Bild“ weiter.

Am Tatort wurden Spermaspuren des Afrikaners sichergestellt.

Täter war kein Anfänger

Laut ersten Hinweisen wurde der Täter zwischenzeitlich in den Bereichen Beueler Rheinufer, Nordbrücke und Siegaue gesehen, so „Der Westen“.

Mit Hinblick auf die brutale Vorgehensweise hieß es:

Leider wissen wir noch nicht, wer der Täter ist. Aufgrund der Tatausführung können wir nicht ausschließen, dass der Täter bereits in der Vergangenheit im Raub- oder Gewaltbereich aktiv war.“

(Robert Scholten, Polizeipressesprecher)

Man sei dabei, „einen Abgleich mit anderen Fällen, unter anderem mit vergangenen Gewaltdelikten, vorzunehmen“, so Scholten laut „Bonner Generalanzeiger“ weiter.

Brutaler Überfall in der Nacht

In der Nacht von Samstag auf Sonntag zelteten eine 23-jährige Studentin und ihr 26-jähriger Freund auf einer Wiese unterhalb der Landstraße 269 im Bereich der Siegaue in Bonn-Geislar.

Gegen 0.30 Uhr näherte sich ein Fremder dem Zeltplatz in der Nähe der Siegfähre. Mit einem machetenähnlichen Langmesser schlitzte er die Zeltwand auf.

Er bedrohte die beiden Camper massiv, unter Vorhalt eines größeren Messers forderte er die 23-Jährige auf, das Zelt zu verlassen. Vor dem Zelt kam es schließlich zu einem Sexualdelikt.“

(Polizeibericht)

Wie der „Generalanzeiger“ berichtet, soll er dabei dem 26-jährigen Freund des Opfers dabei gedroht haben, die junge Frau umzubringen, falls er etwas unternehme.

Als der Täter schließlich mit der 23-Jährigen fertig war, flüchtete er in Richtung Rhein.

Fahndung mit Helikopter und Hunden

Erst dann traute sich der massiv bedrohte 26-Jährige, zum Handy zu greifen. Er alarmierte Polizei und Rettungskräfte.

„Nach unserer Einschätzung hat er damit die richtige Entscheidung getroffen“, erklärte Polizeisprecher Scholten.

Die junge Frau wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, konnte dies aber inzwischen wieder verlassen. Die beiden Studenten waren aus einem anderen Bundesland angereist und befinden sich derzeit in Betreuung durch den Opferschutz.

Die Polizei startete intensive Fahndungsmaßnahmen mit Hubschrauber und Suchhund. Bisher konnte der Sex-Täter aber nicht gefasst werden. Eine Ermittlungsgruppe wurde gebildet.

Die Täterbeschreibung wurde aufgrund von Zeugenaussagen verfasst. Personen, die Beobachtungen zum Tatgeschehen oder Angaben zur Identität oder Aufenthaltsort des Gesuchten machen können, werden gebeten, sich unter Telefon 0228 / 15 – 0 zu melden.

Täterbeschreibung:

Alter: 20 – 30 Jahre
Statur: 1,80 Meter, schmale Statur
Aussehen: dunkelhäutig
Bekleidung: helle Jeans, kurze Sommerjacke
Besonderheiten: machetenähnliches Messer, sprach „gebrochenes Englisch“

Tatort: Bonn-Geislar, Siegaue, Wiese unterhalb Landstraße 239
Tatzeit: Sonntag, 2. April 2017, 0.30 Uhr

Siehe auch:

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