CDU-Abgeordneter: "Europa muss sich an Millionen Migranten im Jahr gewöhnen"

Epoch Times, Donnerstag, 21. Januar 2016 21:27
Der CDU-Politiker Kiesewetter meint, dass sich Europa an mehrere Millionen Asylsuchende im Jahr gewöhnen muss und eine Obergrenze "Populismus pur" ist.
Flüchtlingskrise in Europa
Flüchtlingskrise in Europa
Foto: SAKIS MITROLIDIS/Getty Images

"Wir müssen unsere Bevölkerung darauf vorbereiten, dass auch in diesem Jahr etwa eine Million Menschen nach Deutschland kommen. Doch es gibt keine Alternative", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter im Interview mit "Focus-Online". Damit verteidigt er die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel.

Anzeige

"Wenn wir die Grenzen dicht machen würden, hätte das erhebliche Folgen für die innere Sicherheit. Sie würde massiv leiden", meint der CDU-Mann.

Es ist der Auffassung, dass eine Grenzschließung und eine Obergrenze einen "fatalen" Ausgang hätten. Eine Obergrenze bei Flüchtlingen sein "Populismus pur". Außerdem ist Deutschland die "reichste Region der Welt" und müsse "realistische Lösungen" finden "keine populistischen", so Kiesewetter.

Zahl der Asylsuchenden "nicht begrenzbar"

Dass Österreich eine Obergrenze angekündigt hat, kritisiert der CDU-Politiker scharf. "Österreich muss sich auch die Frage gefallen lassen, was es mit den Flüchtlingen macht, die nach Erreichen der Obergrenze kommen. Werden die Menschen festgenommen oder mit Gewalt vertrieben?" Dies sei die "hässlichen Seite" des christlichen Abendlandes.

Auch Deutschland solle nicht über eine begrenzte Anzahl von Asylsuchenden sprechen, den, so Kiesewetter, "sie ist nicht begrenzbar". Außerdem sei die Aussage, Deutschland könne 2016 nicht noch einmal mehr als eine Million Asylbewerber aufnehmen, ein Schlag ins Gesicht der ehrenamtlichen Helfer im Land. Dies würde nur die Verunsicherung in der Gesellschaft befeuern, und die Menschen dazu veranlassen eine Rechtspartei zu wählen. Der Politiker meinte auch, dass Europa sich daran gewöhnen müsse, dass "jährlich mehrere Millionen Menschen auf den Kontinent streben". (so) 

Kommentieren

Werte Leserinnen und Leser!
Konstruktive Kommentare sind für uns alle ein Gewinn.
Es gab schon viele Zuschriften, von denen wir sehr profitiert haben und dafür möchten wir Ihnen danken. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns gemeinsam die Kommentarfunktion schätzen und sich mit allzu rabiaten Äußerungen zurückhalten. Als Medium können wir die Nachrichtenlage nicht ändern. Aber wir können gemeinsam einen kühlen Kopf bewahren.


Anzeige