Kölns letzter Zeuge: „Sie haben es als Sieg gefeiert“ und … kamen wieder – Kriminologe im NRW-Silvester-Ausschuss

Als letzter Zeuge von 178 sprach der Kriminalpsychologe Prof. Rudolf Egg am Montag im Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags zu den Vorkommnissen der Silvesternacht 2015/2016. Die eigentlichen Opfer, die missbrauchten Frauen und Mädchen wurden in den insgesamt 59 Sitzungstagen jedoch nicht gehört.

„Die Nacht der Schande“ nennen es die einen, andere vielleicht eine unglückliche Anhäufung von bedauerlichen Einzelfällen. Am Montag beendete der Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags nach fast einem Jahr seine 178 Zeugenvernehmungen. Doch die missbrauchten Opfer kamen in den 59 Sitzungstagen des parlamentarischen Gremiums nicht selbst zu Wort, berichtet die „Kölnische Rundschau“.

Allerdings gab ihnen der Wiesbadener Kriminalpsychologe Prof. Rudolf Egg als letzter Zeuge eine Stimme. Dazu arbeitete sich Egg durch über 1.000 Anzeigen der Silvesternacht und wertete sie aus. An zwei Sitzungstagen machte er dann seine erschütternden Aussagen.

Es war eine Nacht der Hilflosigkeit – der Opfer und der Hilfskräfte.“

(Prof. Rudolf Egg, Kriminalpsychologe)

Opposition verklagt Rot-Grün-Regierung

Die Opposition verklagte inzwischen die rot-grüne Landesregierung um Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihren Innenminister Ralf Jäger (beide SPD) vor dem Landesverfassungsgericht auf Herausgabe weiterer Daten.

Zudem wirft sie der Regierung vor, zu spät gehandelt zu haben. Beide, Kraft und Jäger, hatten bisher ausgesagt, dass die Dimensionen der Übergriffe vor dem 4. Januar nicht zu erkennen gewesen sei.

Junge Migranten kesselten Opfer ein

Vor Egg sprach ein Beamter des BKA von einem völlig neuen „Modus Operandi“, einer bisher unbekannten Vorgehensweise. Den Ermittlungen zufolge ist die Vorgehensweise wie folgt gewesen: Die vorwiegend aus Nordafrika und dem Mittleren Osten stammenden jungen Zuwanderer hatten die jungen Frauen und Mädchen eingekesselt und begrapscht. Dabei gingen sie teilweise soweit, mit den Fingern in die Frauen einzudringen. Zudem raubten sie sie dabei noch aus.

Das gab es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht.“

(Prof. Egg)

Für Egg ist es unvorstellbar, dass die Dimension der Verbrechen tagelang weder bei der Kölner Polizei noch in den übergeordneten Behörden aufgefallen sein soll, zumal es schon bis zum Neujahrsabend rund 200 Anzeigen gab. Das hätte jeden kriminalistisch erfahrenen Beamten alarmieren müssen.

Möglicherweise habe es auch Kommunikationsfehler gegeben. Und wenn nicht?

Sonst wurde etwas vertuscht oder verschwiegen.“

(Prof. Egg, Kriminologe)

Der „Sieg“ machte die Runde

Wie der Wissenschaftler erklärte, hätten die Täter das „nicht als Scham erlebt, sonder als Sieg gefeiert.“ Das habe die Runde gemacht. Deshalb seien in diesem Jahr auch erneut Hunderte nordafrikanisch oder arabisch aussehende Männer zur Silvesterfeier nach Köln angereist.

Doch diesmal war die Polizei in Köln vorbereitet: 1.500 Beamte, Live-Kamera-Überwachung und ein abgesperrter Domplatz mit Sicherheitsschleusen, gespenstischer Lichtershow und verhaltene Stille.

Siehe auch:

Silvester: Nordafrikaner verabredeten sich zu Köln 2016 – Damokles-Schwert schwebte bereits über der Stadt

Kölner Domplatte: Sicherheitsschleusen, Böllerverbot, gespenstische Stille und Flugblätter: „Danke Merkel!“

So emotional reagierte Polizisten-Frau auf Rassismusvorwurf von Grünen-Chefin: „Kann meine Wut über Ihre Aussage kaum zügeln“

Afrikaner kommentiert Kölner Polizeieinsatz im Facebook-Video – Er nimmt kein Blatt vor den Mund